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Maas’ Netzwelt : Der Grillmeister und sein Telefon

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Technische Innovationen machen auch vor Grillmeistern nicht Halt. Über einen smarten Grill wundert sich Kolumnistin Barbara Maas.

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erstellt am 27.Mai.2014 | 04:00 Uhr

Das neueste Smartphone, die nächste Tech-Spielerei, das noch dünnere Tablet: Was an dunklen Wintertagen die  Aufmerksamkeit fesselt, bleibt plötzlich stundenlang unberührt. Im Frühling und Sommer treibt vielen Menschen eine ganz andere Technologie die aufgeregte Röte ins Gesicht: der Grill.  Ich persönlich lege ja  gern am Strand oder auf der Wiese ein schnödes Würstchen auf einen Einweg-Grill und erfreue mich an der Einfachheit der Mahlzeit. Wenn ich mich nicht im Griff habe, fotografiere ich auch noch mein Essen für Facebook und Instagram. Im schlimmsten Fall mache ich einen Selfie. Das ist im Groben das, was ich mit dem Thema "Grillen mit Smartphone" verbinde. Ich hatte ja keine Ahnung.

In dieser Woche habe ich gelernt, wie man  zwei Lieblingsspielzeuge des postmodernen Menschen viel innovativer – und natürlich kostspieliger –  kombiniert: Beim Holzpelletgrill von Grillson wird mit dem iPhone gegrillt. Eine integrierte W-Lan-Antenne im Grill sendet Informationen an das Smartphone – zum Beispiel zur Fleischtemperatur und den Holzpellets. Der Grillmeister kann also sitzen bleiben und auf sein Smartphone starren statt auf den Grill. Kosten: rund 3700 Euro.

Wer gerade zufällig den Betrag in einen ziemlich gebrauchten Kleinwagen investieren muss oder zu Hause ein akutes Platzproblem hat, findet Trost bei seinem Smartphone. Wo sonst? Für Grillfreunde gibt es eine Vielzahl von Apps. Grillrezepte – geschenkt. "iGrill" versucht das, was der beschriebene Luxus-Grill perfektioniert: Es gibt Timer für verschiedene Fleischsorten – inklusive Eieruhr. Nur die Temperatur kann die App natürlich nicht erraten. "Migros Grill" liefert sogar noch eine Wettervorhersage dazu. Und wenn es gerade regnet: Mit "Grillmeister" kann man sich zumindest das Grillgut ansehen, ihm auch beim Brutzeln zuhören –  und das virtuelle Steak am Ende Freunden in sozialen Netzwerken servieren.   

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