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Fligges Netzwelt : Der Ehemann liest mit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Markt für private Spionage-Programme blüht. Apps werden unbemerkt installiert.

von
erstellt am 13.Nov.2014 | 10:10 Uhr

Während viele Menschen das massenhafte Abhören durch Geheimdienste verurteilen, blüht die Überwachung im Privaten. Der Markt für Spionage-Software wächst ungebremst. Im Internet gibt es unzählige Programme für Computer und Smartphones. „Monitoring-Technologie“ ist das Marketing-Wort für Spionage-Software. Doch eine kurze Recherche zeigt: Die meisten Anbieter fordern auf ihren Homepages ganz unverfroren dazu auf, den eigenen Partner, die Kinder oder Angestellte in der Firma zu überwachen. Das Fachmagazin „PC Welt“ gibt sogar eine Übersicht über die besten Gratis-Tools für Spione.

Professionellere Programme – die sich an Privatanwender wenden – sind da teurer. Ein amerikanischer Anbieter verlangt pro Download 100 Dollar. Ein anderer deutschsprachiger Hersteller knapp 30 Euro pro Monat. Dafür gibt es den vollen Funktionsumfang: Anrufe mithören, das Mikro als Wanze nutzen, Nachrichten lesen, Handys orten, den Browser-Verlauf speichern, Kalender und Adressbuch ausspionieren, Videos ansehen und sogar Daten aus der Ferne löschen.

Dass der Zugang zu diesen Programmen so einfach ist, verdanken wir unserem Gesetzgeber. Der Verkauf ist legal. Nur wer ein Smartphone oder einen Laptop zur Wanze umfunktioniert, macht sich in Deutschland strafbar. Die Tat kann mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden. Erlaubt ist der Einsatz nur, wenn das Einvernehmen der überwachten Person besteht. Die Programme sind mittlerweile allerdings so gut, dass Betroffene sie kaum aufspüren können.

Auch mit dem Gesetz dürfte der Plage Spionage-Software also nur schwer beizukommen sein. Hier hilft nur Aufklärung. Ein Anfang sind die Informationen über Spyware des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik:

> http://bit.ly/1yzG2LT

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