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Henckes Netzwelt : Den Schulweg am Computer lernen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Früher gingen die Eltern mit mir an der Hand den Schulweg ab – heute soll dies ein Spiel übernehmen.

Als ich in die Schule kam, übten meine Eltern vorher mehrfach den Schulweg mit mir. Irgendwann ließen sie mich in dem Glauben, ich würde bereits allein zur Schule gehen, beobachteten mich aber auf dem Weg trotzdem.

Im Internet soll all das nun einfacher werden: Ein kostenloses Computerspiel soll Eltern und Kindern die Möglichkeit geben, ohne die Gefahren der Realität den Schulweg am Computer zu lernen – mit diversen Szenarien von der Fußgängerampel, über die Baustelle bis hin zum Vorbeigehen an einer Einfahrt. Das Spiel ist Teil der Präventionskampagne der Unfallkasse Hessen zur Schulwegsicherung. Kinder sollen so in Sicherheit ihren Schulweg üben, ohne unter die Räder zu kommen.

Das Programm basiert auf Google-Maps, die Eltern müssen den Schulweg des Sprösslings aber akribisch detailliert mit Wegpunkten anlegen. Die Karte ist dabei nur zweidimensional. Eltern sollten daher mit ihren Kindern lieber auf die Straße gehen und den Computer ausschalten. Nur dort lernt der Nachwuchs den Schulweg richtig und prägt sich alle Details aus der Realität ein. Das Spiel schafft das nicht. Vor allem dann nicht, wenn die erklärende Kinderstimme an den Wegpunkten von „abbiegenden Verkehrsteilnehmern“ oder „besonderen Gefahrenstellen“ spricht. Ein echtes Auto sieht man nirgendwo.

Nicht alles muss heute virtuell an Bildschirmen passieren – Kindererziehung schon gar nicht. Eltern können Vorbilder sein und mit ihrer Erfahrung ihren Schützlingen ein gutes und sicheres Gefühl geben. Das zählt mehr als Bits und Bytes.

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erstellt am 31.Aug.2015 | 11:47 Uhr

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