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Open Data : Datenschätze aus SH bald online?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Daten sind wertvoll – auch Schleswig-Holstein will künftig Verwaltungsdaten auf einem Open-Data-Portal jedermann zur Verfügung stellen.

von
erstellt am 06.Mai.2016 | 18:43 Uhr

Transparenz – für die Kieler Staatskanzlei ein Schlüsselbegriff, wenn es darum geht, Bürger mit ins Boot zu holen. Sie sollen Politik und Verwaltung Vertrauen, Akzeptanz und Verständnis entgegenbringen können – „eine wichtige Voraussetzung für die Beteiligung von Interessierten und Betroffenen an politischen Entscheidungsverfahren“, sagt Staatskanzlei-Sprecher Lars-Erik Bethge. Ein Weg dorthin: Open Data.

Open Data hat gesellschaftliche und finanzielle Vorteile. Den volkswirtschaftlichen Mehrwert von Open Data bezifferte die Konrad-Adenauer-Stiftung jüngst auf jährlich 43,1 Milliarden Euro und geht von der Schaffung von 20.000 neuen Arbeitsplätzen aus – allerdings nur, wenn eine „proaktive Strategie des Gleichziehens“ verfolgt werde. Noch hinkt Deutschland im weltweiten Vergleich hinterher.

Bislang glänzt Schleswig-Holstein zwar noch nicht mit einem umfangreichen, zentralen und für jedermann frei zugänglichen Online-Datenschatz. Ein paar Daten über Baustellen, das Straßennetz oder Golfplätze sind auf den verschiedenen Landesportalen wie dem portal.digitaleratlasnord.de einzusehen. Nutzer können die Daten aber nicht ohne Genehmigung exportieren und selbst nutzen. Doch das soll sich bald ändern. Anfang Dezember 2015 sei man dem bundesweiten Datenportal GovData beigetreten, sagt Bethge. Aufgrund eines Umbaus des Metadatenmodells der Plattform ziehe sich die Umsetzung aber noch hin, ein Startschuss werde für Anfang Juli erwartet. „Zu Beginn werden wir Daten zum Landeshaushalt, zu Umweltinformationen und die Geobasisdaten veröffentlichen“, sagt Bethge. Doch das sei nur der Anfang: „Wir folgen hier dem Grundsatz, dass der Zugang zu Informationen die Regel und der begründete Verzicht die seltene Ausnahme sein soll.“

Darüber dass in Open Data ein großes Potenzial schlummert, sind sich Experten einig – vielfach wird von „Daten als Rohstoff des 21. Jahrhunderts“ gesprochen. Auch in Kiel verspricht man sich Wertschöpfung durch die neue Transparenz: „Open Data ist ein zusätzlicher Treiber für die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle und Unternehmen“, sagt Bethge. Private Entwickler, Start-ups, etablierte Unternehmen und wissenschaftliche Forschungseinrichtungen könnten mithilfe der bereitgestellten Daten neue Anwendungen entwickeln. Und auch für Bürger sieht Bethge einen Mehrwert: Sie profitieren als Nutzer solcher Anwendungen beispielsweise von Informationen zur aktuellen Verkehrs- und Baustellenlage.

Open Data basiert auf der Idee, dass die Erhebung von Daten durch öffentliche Stellen im Auftrag der Bürger erfolgt und ihnen somit der Zugang und die Nutzung der Daten frei stehen. Alle Daten, die von öffentlichen Verwaltungen erfasst werden und die nicht schutzwürdigen Belangen unterliegen, können darunter fallen. Personenbezogene Daten sind von der Veröffentlichung grundsätzlich ausgenommen. sh:z

 

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