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Deutsches Buzzfeed : Das sind die Gründer von heftig.co

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Lange rätselte die Online-Community darüber. Jetzt ist es aber endlich raus. Die Identitäten der Heftig-Gründer wurden am Dienstag bekannt.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2014 | 11:30 Uhr

Es war das Internet-Rätsel der vergangenen Wochen. Wer steckt hinter dem Online-Portal „heftig.co“? Jetzt ist das Geheimnis aber gelüftet, denn nach Informationen des Magazins „WirtschaftsWoche“ und des Medienportals „Meedia“ heißen die Gründer Michael Glöß (34) und Peter Schilling (39). Das Webportal gehört ihrer Firma DS Ventures GmbH mit Sitz in Potsdam und soll nun professionalisiert werden.

Die Namen der beiden Heftig-Gründer sind jetzt auch im Impressum der Website nachzulesen. Die beiden Gesellschafter sind die einzigen Besitzer des Unternehmens und haben sich nun zu dem Schritt in die Öffentlichkeit entschieden, um das exponentielle Wachstum abzustützen. Dafür sollen Mitarbeiter eingestellt und neue Büroräume gefunden werden. Um die Pressearbeit kümmert sich indes die Berliner PR-Agentur semanticom.

Michael Glöß kommt ursprünglich aus Werder an der Havel und studierte in Potsdam BWL und digitale Medien. Peter Schilling studierte ebenfalls in Potsdam BWL und gründete bereits im Jahr 2000 sein erstes Web-Portal mit dem Namen iCook. Mittlerweile läuft die Seite unter dem Namen „Kochmeister“ und verzeichnet 50.000 Mitglieder. Sein Geschäftspartner gründete bereits die Internetseite www.cojito.de, ein Szene-Lifenight-Guide für ganz Deutschland. 2008 entwickelte er mit „Toksta“ einen Instant-Messenger-Dienst für soziale Netzwerke. Schilling gründete zudem „PriorMart“, einen Dienst, mit dem sich online notarielle Hinterlegungen beauftragen lassen.

Ihren großen Erfolg mit dem in Kolumbien registrierten Internet-Portal haben sie vor allem anderen Internetnutzern zu verdanken, denn ihre Beiträge sind auf die Weiterverbreitung in sozialen Netzwerken ausgelegt. Typische Heftig-Artikel heißen: „Diese Frau musste viel erleiden und ihr Lächeln ist ungewöhnlich. Der Grund ist einfach überwältigend“ oder „Im Warteraum einer Klinik machte dieses ältere Paar etwas Fantastisches. Das ist so cool“. Die Titel sollen zum Anklicken und Teilen animieren. Was dann dahinter steckt, ist meist weniger fantastisch.

Die Strategie geht aber dennoch auf. Allein im April verzeichnete die Seite rund 2,35 Millionen Likes, Shares oder Tweets in den sozialen Netzwerken. Das waren fast so viel wie die beiden Onlinemedien-Giganten BILD und Spiegel Online zusammen (2,61 Mio). Der Düsseldorfer Medienexperte Jens Schröder wies besonders daraufhin, dass heftig.co diese Zahlen mit nur 90 Beiträgen erreichte, während in den riesigen Redaktionen der beiden Medienmagneten Bild und Spiegel Online 6000 Artikel verfasst wurden. Im Internet ist die Seite mit dieser Ausrichtung nicht allein. Seiten wie Likemag oder Storyfilter.com bieten ähnliche Inhalte im Internet an.

Das Hamburger Medienunternehmen Ramp 106 hatte über seine Plattform „Online Marketing Rockstars“ sogar ein Kopfgeld von 1000 Euro für Informationen über die Heftig-Gründer ausgeschrieben. Dabei fanden sie unter anderem heraus, dass fast 85 Prozent der Heftig-Besucher über Social-Netzwerke auf die Seite gelangen. Das sei selbst mehr als beim Vorzeige-US-Portal Buzzfeed. Zudem sei Heftig im Ranking der Facebook-Seiten von deutschen Medien im April mit knapp 360.000 Fans auf Rang 72 eingestiegen. Inzwischen liegt die Zahl der Facebook-Fans bei mehr als 735.000. Nach Informationen von der WirtschaftsWoche und Meedia wollen die Heftig-Macher künftig den Anteil der selbst produzierten Inhalte steigern. Außerdem seien Kooperationen mit anderen Online-Portalen geplant, um auch deren Inhalte auf der Seite zu veröffentlichen.

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