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Nagars Netzwelt : Das Schweigen der Twitterer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schweigen oder Meckern - dazwischen gibt es in sozialen Netzwerken nur wenig, meint unsere Kolumnistin Mira Nagar.

von
erstellt am 29.Aug.2014 | 05:00 Uhr

Die sozialen Medien verursachen eine „Schweigespirale“. Das meinen zumindest US-Wissenschaftler herausgefunden zu haben. Denn laut Umfrage von Pew-Research haben nur wenige Lust, sich an einer politischen Diskussion via Facebook oder Twitter zu beteiligen, während die Konversation beim Abendessen mit der Familie durchaus gewünscht wird. 16 Prozent der Facebook-Nutzer sind sogar sehr abgeneigt, ihre politischen Ansichten zum Thema Snowden im Internet herauszuposaunen. Vor allem, wenn ein Internet-Nutzer nicht eine allgemein populäre Meinung vertritt, würde er sich laut der Studie nicht trauen, sie dem Netzwerk kundzutun. Dabei haben viele bisher doch immer das Gegenteil angenommen: Dass durch die Anonymität im Netz  viele verschiedene Meinungen zusammen kommen.

Leider lässt sich ja kaum überprüfen, welche Ideen, Ansichten und Erkenntnisse nicht mit der Online-Öffentlichkeit geteilt werden. Ein kurzer Blick bei Twitter, Facebook oder Youtube zeigt allerdings recht schnell: Es gibt durchaus sehr streitbare Teilnehmer am öffentlichen Diskurs. Allen voran Ralf Stegner.  Und wer seine Ansichten nicht mit der Holzhammermethode unters Volk bringen möchte, nutzt eben den Eiseimer. So löst eine  dezent platzierte  Hanfpflanze in Cem Özdemirs  Video zur Ice-Bucket-Challenge eine erneute  politische Diskussion über die Legalisierung von Cannabis aus.

Doch ein weiterer Blick zeigt: Mit politischen Aussagen wird nicht immer zimperlich umgegangen. „vollhorst“ und „verstrahlt“ sind  da noch die harmloseren Zurechtweisungen unter dem  Youtube-Video.  Ob es sich bei den darauf folgenden Beleidigungen nun um eine politische Konversation handelt, ist fraglich.  Die Kommentare haben mehr Ähnlichkeit mit einem Knäuel kämpfender Katzen als mit einer inhaltlichen  Diskussion. Wirklich zielführend ist das nicht – und wird auch wohl kaum jemanden zum Um- oder Weiterdenken bewegen. Wie gesagt, das Schweigen einzelner oder auch mehrerer Nutzer ist schlecht messbar. Doch wer  der Schweigespirale entkommt, endet schnell in  einer Meckerspirale.

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