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Microsoft : Das Leben nach Windows XP

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Microsoft wird Sicherheitslücken von Windows XP ab 8. April nicht mehr schließen. Was Verbraucher jetzt wissen müssen und wie der System-Umzug funktioniert.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 04:00 Uhr

Für viele PC-Nutzer ist es ein alltäglicher Wegbegleiter und dennoch wird es zum digitalen Auslaufmodell: Windows XP. Ab dem 8. April will sich Microsoft nicht mehr um Sicherheitslücken in dem mittlerweile zwölf Jahre alten Betriebssystem kümmern. Dennoch erfreut sich die veraltete Windows-Version großer Beliebtheit. Der Web-Analytiker Netmarketshare ermittelte im März einen Marktanteil von weltweit 27 Prozent. Zum Vergleich: Das aktuelle System Windows 8 wurde im selben Zeitraum von gerade einmal 11,3 Prozent der PC-Nutzer verwendet.

Dennoch: Wer Window XP auf seinem Rechner installiert hat, sollte über einen Wechsel nachdenken oder sich zumindest der Risiken bewusst sein. „Wir empfehlen dringend, einen Wechsel in Betracht zu ziehen“, sagt Sebastian Barchnicki vom Institut für Internet-Sicherheit in Gelsenkirchen. „Viele denken vielleicht: Das ist doch halb so wild – aber das gilt nur, wenn man wirklich weiß, was man tut.“ Schwachstellen in Programmen wie Windows XP sind nach Angaben des Experten ganz normal: „Ein Betriebssystem ist ein sehr komplexes Stück Software, das wird immer viele Sicherheitslücken haben“, so Barchnicki. Das gilt auch und gerade für Windows XP: „Je länger es am Markt ist, desto mehr Energie wird investiert, um Sicherheitslücken zu finden und sie auszunutzen.“ Neue Lücken werden zum Beispiel von Kriminellen entdeckt, die dann Hackerangriffe starten. In der Regel passiert das sofort.

Wegen des lange angekündigten Endes von Windows XP vermuten Sicherheitsexperten wie Barchnicki, dass Hacker neu gefundene Lücken bis zum 8. April geheim halten. Nach dem Stichtag wären XP-Nutzer den Angriffen schutzlos ausgeliefert. Potenzielle Opfer müssen sich dafür nicht einmal in die dunklen Ecken des Internets begeben oder Dateien aus zweifelhaften Quellen herunterladen. „Solange ein Computer mit dem Internet verbunden ist, ist er von außen angreifbar“, warnt Barchnicki. Auch ein Virenscanner hilft gegen solche Angriffe nur begrenzt. Viele Hersteller von Sicherheitsprogrammen haben zwar angekündigt, die XP-Versionen ihrer Produkte auch nach dem 8. April mit Updates zu versorgen. Vor Schwachstellen im Betriebssystem können die Programme den Nutzer aber kaum schützen.

Die sicherste Alternative ist daher der Wechsel zu einem anderen Betriebssystem oder zu einem neuen PC. „Hat der Rechner mit XP keine Verbindung zu einem Netzwerk, kann ich damit auch weiterarbeiten“, erklärt Barchnicki. „Das ist aber eine absolute Ausnahme.“ Sinnvoll ist das zum Beispiel für Nutzer, die noch einen alten Scanner zum Digitalisieren von Dokumenten haben, dessen Hersteller keine Treiber für neuere Windows-Versionen anbietet.

Wer Windows treu bleiben möchte, sollte mindestens auf die Version 7 wechseln, denn diese Version wird Microsoft noch bis 2020 betreuen. Einziges Problem: Ein automatisches Umstellen wie auf Windows Vista ist bei Versionen ab Windows 7 nicht mehr möglich. Den Wechsel müssen XP-Nutzer deshalb manuell durchführen, was mitunter recht mühsam ist. Das Fachmagazin c’t hat in seiner aktuellen Ausgabe Programme vorgestellt, die hier Abhilfe schaffen. Nutzer sollten dafür eine „Muss-Liste“ an Programmen und Daten erstellen, die sie auf das neue System transferieren möchten. Anschließend wird ein sauberes Windows 7 installiert und auf den neuesten Stand gebracht. Microsoft bietet für den nächsten Schritt sein Programm Windows-EasyTransfer an. Das Werkzeug kann die Daten über ein Netzwerk auf das neue System übertragen. Nicht nur die Dateien des Anwenders, sondern auch Benutzerkonten werden von EasyTransfer berücksichtigt. Programmeinstellungen können nur für wenige Anwendungen übernommen werden.

Ganze Programme lassen sich mit EasyTransfer nicht mitnehmen. Diese Möglichkeit bietet hingegen der PCmover vom Hersteller Laplink. Auf seiner Internetseite empfiehlt Microsoft die externe Anwendung sogar ausdrücklich und stellt aktuell eine abgespeckte aber kostenfreie Version zur Verfügung. Diese kann im Funktionsumfang jedoch nicht mehr als EasyTransfer. Wer ganze Programme verpflanzen möchte, muss zu den kostenpflichtigen Assistenten von Laplink greifen. Die Preise beginnen ab 23,95 Euro.


> Detailanleitungen und Downloads

EasyTransfer: http://bit.ly/1hA29vK

Laplink PCmover:  http://bit.ly/1myQgGQ (Herstellerseite) http://bit.ly/1hA29vK (kostenlose Version über Microsoft)

 

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