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Europäische Quote für Serien und Filme : „Das ist Bevormundung“: Massive Kritik an EU-Plänen für Streamingdienste

vom

Exklusive US-Serien finden Fans bei Netflix oder Amazon Prime. Die EU fordert künftig mehr europäische Inhalte – und zwar rund 20 Prozent.

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2016 | 12:07 Uhr

Das lineare Fernsehen mit steifem Programmrahmen ist für viele Abonennten von Streamingdiensten wie Netflix keine wirkliche Alternative mehr. „Fargo“ oder „House of Cards“ sind preisgekrönte Serien – doch im Fernsehen laufen sie nicht oder erst viel später. Netflix zum Beispiel ist so beliebt, dass sich Menschen in über 190 Ländern über ein breites Angebot freuen. Hauptächlich englischsprachige Inhalte rufen jetzt die EU-Kommission auf den Plan. Die will, wie immer, etwas regulieren und zwar den Anteil europäischer Inhalte auf den Plattformen von US-Diensten wie Netflix oder Amazon Prime. Die Rede ist von 20 Prozent. Der Vorschlag soll in der kommenden Woche vorgestellt werden, berichtet die Zeitung „Financial Times“. Im Netz herrscht Unverständnis. Viele Kritiker fühlen sich durch eine Quote bevormundet und kritisieren den Regulierungswahn aus Brüssel:

Die FDP lehnt die EU-Quote bereits mit Plakaten ab.

Der Entwurf ist eine überarbeitete Richtlinie über audivisuelle Mediendienste (AVMSD) aus dem Jahr 2010. Darin werden Vorschriften für europäische Fernsehanstalten und „fernsehähnlichen Diensten“ gemacht. Darunter auch die Wahrung und Förderung europäischer Werke. Die AVMSD muss nun angepasst werden, da 2010 Streamingdienste noch keine große Rolle spielten, mittlerweile aber schon. Die Inhalte müssten demnach auch prominent platziert werden, was Netflix ärgern dürfte. Die haben ihre Startseite nämlich an jeden Nutzer individuell angepasst, je nach dem, was die Vorlieben sind.

Netflix-Nutzer in Deutschland finden schon heute Filme und Serien oder Dokumentationen der öffentlich-rechtlichen Sender in ihrem Angebot. Ob und inwieweit eine solche Quote sogar schon erfüllt ist, ist unklar. Künftig könnten Netflix und Amazon dazu verpflichtet werden, einen Teil ihrer Gewinne in die europäische Film- und Fernsehproduktion oder in Fonds und Förderungen zu stecken. Laut EU-Kommission investieren TV-Sendeanstalten in Europa rund ein Fünftel ihres Umsatzes in europäische Produktionen. Bei den Streaming-Anbietern ist die Zahl derzeit deutlich geringer.

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