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Sicherheit : Das Internet für Kinder sicher machen

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Ohne Aufsicht oder zusätzlichen Schutz sollten Erziehungsberechtigte den Nachwuchs nicht auf das Internet loslassen - Tipps für ratlose Eltern.

Klar, Kinder sollen früh den Umgang mit Computer und Internet lernen. Doch viele Eltern fragen sich: „Was genau treibt mein Kind da eigentlich, wenn es im Netz surft? Wo lauern für den Nachwuchs Gefahren? Und was kann ich dagegen tun?“ Die Unsicherheit ist groß: Rund 28 Prozent der Erziehungsberechtigten in Deutschland mit Kindern oder Jugendlichen unter 16 Jahren klagen, dass sie die Kontrolle über das Internetverhalten ihres Nachwuchses verloren haben. Das ergab eine Umfrage der IT-Sicherheitsfirma Kaspersky. Das die Gefahren real sind, beweist das Problem Cybermobbing: Etwa 17 Prozent aller Schülerinnen und Schüler wurden schon einmal Opfer von Beleidigungen im Netz.

Damit der Nachwuchs auch gute Erfahrungen mit dem Internet macht, sollten Eltern bei ihren Kindern frühzeitig ein Bewusstsein dafür entwickeln, so wenig persönliche Daten wie möglich von sich preiszugeben, zum Beispiel in sozialen Netzwerken. Auf Nachrichten und Dateien von unbekannten Personen sollten die Kleinen grundsätzlich nicht reagieren. Bei den ersten Schritten im Netz hilft die Kindersuchmaschine Blinde Kuh (www.blinde-kuh.de). Es gibt aber noch weitere Hilfsmittel, die Eltern helfen, ihre Kinder besser unter Kontrolle zu halten.

Tablet mit Kinderschutz: Für erste Erfahrungen in der digitalen Welt eignet sich ein Tablet-PC – aber nur, wenn ein Kinderschutz mit an Bord ist. Samsung bietet für sein neues „Galaxy Tab 4“ eine kostenlose App namens „Kindermodus“ an. Eltern können mit ihr verfügbare Inhalte sowie die Nutzungsdauer, die ihr Kind mit dem Mini-PC spielen darf, festlegen. Mit seiner bunten Optik und großen Icons erlaubt das Tab kindgerechten Spaß.

App als Ratgeber für Eltern: Der Medienratgeber „Schau Hin! Was Dein Kind mit Medien macht“ (www.schau-hin.info) enthält Anregungen für Eltern, wie sie die Medienkompetenz ihres Nachwuchses fördern können. Dazu gehören gezielte Erziehungstipps für die Drei- bis 13-Jährigen sowie  Empfehlungen zu kindgerechten Sendungen, Filmen und Apps. Ein „Spielomat“ stellt aus 100 Ideen je nach Alter eine passende Auswahl zusammen – so kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Hinweis: Seit Mai 2014 gibt es den Internet-Ratgeber auch als kostenlose App für Android und iOS.

Zeitlimits am PC festlegen: Kinder verplempern viel Zeit vor dem Tablet oder PC. Die von der Fachpresse gelobte Kindersicherung von Salfeld (www.salfeld.de) sagt, wann Schluss ist. Die Eltern legen einfach eine Zeit fest, wann die Nutzung am Rechner beendet sein soll. Sie können auch Sperren und Zeitlimits für einzelne Programme festlegen. Daneben verfügt die vom Tüv-geprüfte Software über starke Internetfilter. Praktisch: Über ein Benutzerkonto lässt sich das Verhalten der Kindersicherung fernsteuern. Preis der Downloadversion für einen PC: rund 30 Euro.

App befreit Eltern von Sorgen: Wenn ein Kind nicht pünktlich von der Schule nach Hause kommt, machen sich die Eltern schnell Gedanken, was dem Nachwuchs passiert sein könnte. Mit der App „Familonet“ (www.familo.net) können die Familienmitglieder leicht Verbindung zum Nachwuchs herstellen. Die App informiert die Eltern darüber, wenn „Anna in der Schule ankommt“  oder „Jan vom Trainingsplatz losläuft“. So wissen geplagte Eltern stets, wo sich ihr Kind gerade befindet. Die App läuft auf Smartphones mit Android und iOS. Preis: kostenlos.

Smartphone mit Notruftaste: Etwa die Hälfte der Zehn- bis Elfjährigen besitzt  heute ein Smartphone. Doch als  Spielzeug sind die meisten Geräte wenig geeignet, auch in punkto Sicherheit schneiden sie schlecht ab. Tipp: Die von PhoneHouse angebotenen Smartphones „Prinzessin  Lilifee“ und „Capt’n Sharky“ (www.phonehouse.com) sind speziell an die Bedürfnisse von Kindern im Alter zwischen fünf und acht Jahren sowie deren Eltern ausgerichtet. Der Clou: Über eine „SOS“-Taste sind die Eltern für das Kind stets erreichbar. Die vertragsfreien Geräte beruhen auf der Grundlage des „Samsung Galaxy Pocket Plus“. Preis: rund 90 Euro.

Filterliste: Filterprogramme und Zugriffssperren für Computer und Smartphones sind ein wirksamer Schutz für Kinder vor Gewalt, Extremismus, Betrug und Kostenfallen im Internet. Web-Filterprogramme sieben beim Surfen im Netz für Kinder ungeeignete Inhalte wie Pornografie oder Gewalt aus. Bei jüngeren Kindern bis zwölf Jahre lautet die Empfehlung, eine sogenannte Whitelist zu nutzen. Speziell für Kinder angepasste Startseiten wie http://fragfinn.de oder http://www.meine-startseite.de erlauben nur Zugriff auf geeignete Seiten. Ältere Kinder brauchen allein schon für Schulrecherchen mehr Zugriff auf das Netz. Hier lassen sich ungeeignete Inhalte über die sogenannten Blacklists von speziellen Filterprogrammen heraussieben. Dazu können entweder einzelne Webseiten, Suchbegriffe oder Themenkategorien gesperrt werden. Die getesteten Programme arbeiteten meist effektiv. Besser sind jedoch Eltern mit technischem Sachverstand und Interesse an den Onlineaktivitäten ihres Nachwuchses, berichtet die Zeitschrift „c't“ (Heft 21/2014), die gängige Sicherheitseinstellungen in Android, iOS und Windows sowie Filterlisten getestet hat.

Jugendschutz: Eltern empfehlen die Experten einen Besuch der Webseite http://www.schau-hin.info, auf der es Informationen zum Thema Jugendschutz im Netz gibt. Besucher der Seite können sich auch für einen E-Mail-Service registrieren, der regelmäßig an das Alter der Kinder angepasste Tipps versendet.

Appstore sperren: Besondere Vorsicht ist laut „c't“ bei Smartphones und Tablets geboten. Damit Kinder nicht in Kostenfallen geraten, sollten der Besuch des Appstores und die Installation von Programmen nach Möglichkeit unterbunden werden. Apples iOS bietet solche Optionen, ebenso wie spezielle Programme für das Android-Betriebssystem. Auch Amazons Fire OS verfügt den Angaben nach über einen brauchbaren Jugendschutz. Die Beschränkung soll aber nur so lange bestehen bleiben, bis die Kinder das nötige Verständnis für Nutzen und Risiken der Apps und Netzinhalte entwickelt haben.

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erstellt am 30.Mai.2014 | 04:00 Uhr

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