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Fietzes Netzwelt : Das Internet als „Drive In“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Medien sind schnelllebig. Der Medienkompetenztag in Kiel zeigte: Die Schule ist darauf vorbereitet.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2014 | 05:15 Uhr

Manche Medien sind wie Fast Food: Lecker, beliebt aber zu viel davon ist ungesund. Und ständig gibt es neue Burger, in diesem Fall Medienangebote. Jugendliche nutzen jedes Phänomen, denn niemand möchte hintendran sein. Spätestens als die Patentante über Facebook eine Freundschaftsanfrage schickte, war klar: schnell zu WhatsApp. Mittlerweile ist auch dieser Messenger auf den Smartphones der Eltern installiert.

Neue Nischen wollen entdeckt werden – Tinder und Lovoo warten als schnelle und oberflächliche Netzwerke mit eingebautem Flirt-Radar, das mir die geeignete zukünftige Bekanntschaft im Umkreis von XY Metern anzeigt.

Medien bleiben nie stehen – hier ist immer etwas los, hier werden die (virtuellen) Bordsteine nie hochgeklappt, auch bei Nieselregen und in der hintersten Ecke des Landes bin ich – aus jugendlicher Sicht – sofort mittendrin im „Drive In“ Internet.
In manchen Schulen gibt es Ernährungskunde – in vielen Schulen steht auch Medienbildung schon auf dem Stundenplan. Der Medienkompetenztag am vergangenen Dienstag in Kiel war also eine Art Kongress der gesunden Showküche: Hier ging es um die neusten Burger/Medien und die verträgliche oder gar kreative Zubereitung/Nutzung. Über 700 Lehrkräfte und Jugendarbeiter tauschten sich aus – über die neue App für den Biologieunterricht aber auch auf den Spuren der eigenen Daten und dem Schutz vor unfreiwilliger Transparenz.

In Hörsälen und Workshopräumen schulten sich die neuen Künstler der Medienküche in Software, Medienkonzepten und Unterrichtsideen. Wie weit ist die Schule mit den Medien? Unterricht zu Hause über Skype und Co? Gibt es bereits. Hausaufgaben online und Referate mit selbst gestalteten Animationsfilmen mit PowToon? Na sicher. Jugendtreffs mit Onlineumfragen zur Kommunalwahl? Im Land vorhanden. Eine Radiosendung mitten im Matheunterricht? Die ersten Klassen haben erfolgreich gesendet. Und selbst die Kochkurse einer Berufsschule ermitteln die Nährwerte ihrer Gerichte per App und posten ihre besten Rezepte – wir lernen also in der Schule doch für’s Leben: Guten Appetit!

> Henning Fietze ist Medienpädagoge beim Offenen Kanal Schleswig-Holstein in Kiel.

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