Tragbare Software : Das Büro für die Hosentasche

Auf einem USB-Stick lassen sich viele Anwendungen ausführen.
Auf einem USB-Stick lassen sich viele Anwendungen ausführen.

Immer das richtige Programm griffbereit - das geht mit portablen Programmen auf dem USB-Stick. Und wenn es etwas mehr sein soll, kann man auch ein komplettes Betriebssystem mitnehmen.

shz.de von
28. Mai 2015, 03:30 Uhr

Schnell mal am PC den Freunden die Bilder vom letzten Urlaub zeigen? Das kann zum Problem werden, wenn dort das passende Programm fehlt. Oder unterwegs eigene Dokumente oder E-Mails an fremden Rechnern aufrufen? Das funktioniert nur dann sicher, wenn man die richtige Office-Software dabeihat – sogenannte portable Programme werden auf USB-Sticks gespeichert und von dort auf jedem beliebigen Windows-Computer gestartet.

Tragbare Programme sind vor allem dann nützlich, „wenn die Anwendung direkt mit persönlichen Daten verknüpft ist, die ich nicht aus der Hand geben möchte“, erklärt André Kramer von der Fachzeitschrift „c’t“. „Zum Beispiel das Mailprogramm Thunderbird, da habe ich sofort mein E-Mail-Postfach und alles eingerichtet.“ Ein Problem sind auch Office-Dateien in einem Format, das sich nicht mit jeder Anwendung lesen lässt. Portable Programme sind außerdem ideal, „wenn man sich öfters um andere Rechner kümmert“, erklärt Arne Arnold von der „PC Welt“. Dann habe man alle nötigen Werkzeuge dabei.

Wer nach solchen portablen Programmen sucht, stößt schnell auf Pakete mit 50 bis 100 Programmen oder mehr, sagt Arnold. Bei PortableApps.com etwa kann man Sammlungen mit eigenem Startmenü zusammenstellen. Ähnlich funktioniert es bei PStart oder der Lupo PenSuite, die es in drei verschiedenen Größen gibt.

Portable Programme gibt für so ziemlich jeden Zweck – das wird bei einem Besuch der Website „Portable Freeware Collection“ schnell klar: Vom Bildbetrachter über Office-Programme und Systemwerkzeuge bis zu Mailprogrammen und Browsern ist alles dabei. Darunter sind auch bekannte Programme wie der Browser Firefox, das Mailprogramm Thunderbird, das Bildbearbeitungsprogramm Gimp oder das Büroprogrammpaket Libre-Office.

Man kann aber noch viele weitere Programme mitnehmen: „Es eignet sich nicht jede Anwendung dafür“, erklärt Kramer. „Unter Windows ist es relativ leicht, Software für den portablen Einsatz vorzubereiten.“ Ist ein Programm nicht sonderlich systemabhängig, lässt es sich häufig einfach auf einen USB-Stick installieren. Meistens reicht es schon, das Verzeichnis zu kopieren.

Die ideale Auswahl an tragbaren Programmen gibt es wohl nicht. „Jemand, der PCs repariert, braucht andere Apps als jemand, der eine Diaschau im Verein zeigen will“, sagt Arnold. Ein Nachteil dieser Art von Programmen ist, „dass sie sich standardmäßig nicht selbst aktualisieren.“ Das können sie erst dann, wenn man sie startet. Unter Umständen starten und arbeiten sie auch etwas langsamer als Programme, die direkt auf dem Rechner installiert sind – gerade von alten USB-Sticks mit langsamen USB-1.1– oder USB-2.0-Anschlüssen.

Wer nicht nur ein paar Programme, sondern gleich sein ganzes System mitnehmen will, sollte ein Linux-Live-System auf seinen USB-Stick speichern. Einmal eingesteckt, kann man so sein eigenes Betriebssystem plus Programme direkt vom Stick starten. Beliebt sind die verschiedenen Versionen von Ubuntu, die sich vor allem durch verschiedene Benutzeroberflächen unterscheiden.

Es muss aber nicht immer Linux sein. Auch Windows gibt es mittlerweile zum Mitnehmen. Microsoft stellt auf seiner Webseite die nötigen Programme bereit, um sich ein Windows PE auf CD oder USB-Stick zu erstellen. Die Zusammenstellung ist aber etwas kompliziert, und es gibt einige technische Einschränkungen bei der Nutzung. „Das ist schon ein bisschen fummelig“, sagt Arnold. „Ein Live-Linux ist einfacher und lässt sich auch leicht bedienen.“

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