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IHK und LKA mit IT-Forum : Cyber-Angriffe auf Firmen – „Nur einer muss falsch Klicken“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mehr Vertrauen der Wirtschaft in die Strafverfolgung: Zur Bekämpfung von Cyberkriminalität haben die drei schleswig-hosteinischen Industrie- und Handelskammern und das Landeskriminalamt eine Partnerschaft vereinbart.

von
erstellt am 11.Nov.2015 | 19:01 Uhr

Im Internet gibt es alles, was das Herz begehrt – doch vom bequemen Schuheinkauf und einer Riesen-Auswahl an Modellen spricht Alexander Hahn nicht. Auf einem landesweiten IT-Forum in der IHK zu Kiel warnte der Leiter des Dezernats für Internetkriminalität beim Landeskriminalamt Schleswig-Holstein gestern vor der zunehmenden Gefahr aus dem Netz: „Es gibt regelrechte Cybercrime-Marktplätze. Alles, was man sich wünscht, gibt es dort zu kaufen“, sagt Hahn: Rauschgift, Waffen, Falschgeld – sogar Schadsoftware oder professionelle Hacker, die im Auftrag Unternehmen angreifen. Eine Gefahr, die immer größer werde, sich aber nicht von allein erledige: „Wir werden uns nie entspannt zurücklehnen können. Dafür ist die Online-Welt zu schnelllebig.“

Es gebe viele Fehlerquellen, die ein Verseuchtes Firmennetzes ganz schnell zur hässlichen Realität werden lassen: Die Kunst sei, Opfer dazu zu bringen, gefährliche Software auf den Rechner zu spielen, sagt Hahn. Nicht immer seien Phishingmails heute in schlechtem Deutsch verfasst. „Unternehmen lecken sich die Finger, wenn sie eine fehlerfreie Bewerbungsmail bekommen“, sagt Hahn und warnt vor der aktuellen Masche. „Ein Link zu einer .exe-Datei sollte aber stutzig machen.“

Doch Unternehmen haben mehrere Möglichkeiten, ihr Firmennetzwerk zu schützen: technisch durch Firewalls, Antivirensoftware und weitere Schutzprogramme oder organisatorisch durch professionelle Abteilungen, die sich um die IT-Sicherheit kümmern. „Heute besteht eine schier unbändige Abhängigkeit von IT“, sagt Hahn und rät den Besuchern des Forums: „Holen Sie sich jemanden, der das kann.“ Außerdem ließen sich viele Probleme vermeiden, indem man die Mitarbeiter ins Boot hole, schule und aufkläre. Häufig stelle nämlich der Mensch eine große Schwachstelle dar, warnt Hahn. „Nur einer aus der Belegschaft muss falsch klicken.“

Doch nicht nur Prävention sei wichtig, sagt der LKA-Beamte, auch das Anzeigen von Cyber-Angriffen: 20 Prozent der betroffenen Unternehmen würden keine Strafanzeige erstatten, „weil sie nicht wissen, wo“, sagt Hahn. Einer IHK-Umfrage zufolge wurde jedes dritte Unternehmen bereits Opfer eines Angriffs, wie hoch die Dunkelziffer ist, sei schwer einzuschätzen.

Dieses Problem kennt auch IHK-Sprecher Thomas Balk und bringt einen weiteren Grund an, warum Firmen den Gang zur Polizei scheuen: „Viele Unternehmen haben Angst vor einem Imageschaden.“ Doch das von IHK und LKA geschaffene Umfeld sei „ein sicherer Raum“. Vertrauen, Information, Prävention: Darum gehe es auch bei der gestern geschlossenen Sicherheitspartnerschaft zwischen den drei IHKs im Norden und dem LKA.

Um bei hochwertigen Angriffen gegen Unternehmen oder Behörden den Betrügern auf die Spur zu kommen, sei man darauf angewiesen, auch von solchen Fällen zu erfahren. „Wenn Sie uns nicht die Chance geben zu ermitteln, werden wir die Kriminellen nicht finden“, appelliert Hahn. „Rufen Sie uns an.“ Anzeige erstatten können Betroffene bei der nächsten Polizeidienststelle.>

> Informationen gibt es über die Cybercrime-Hotline des LKA: 0431-1604545

Weitere Informationen zur IT-Sicherheit in Unternehmen unter: https://www.bsi.bund.de; https://www.sicher-im-netz.de; https://www.bitkom.org

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