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Maas’ Netzwelt : Cortana und Siri: Willkommen im Zickenkrieg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sprachsteuerungen auf Smartphones sind durch die Bank weiblich. Unsere Kolumnistin Barbara Maas hätte eigentlich lieber einen männlichen Assistenten.

von
erstellt am 07.Apr.2014 | 19:44 Uhr

Siri bekommt Konkurrenz von Microsoft. Als das iPhone 4S im Jahr 2011 auf den Markt kam, sorgte die intelligente Sprachsteuerung Siri für Furore. Google hat schon lange den Now-Dienst. In dieser Woche hat Microsoft Cortana vorgestellt – mit dem neuen Windows-Phone-Betriebssystem 8.1 zieht sie in die Smartphones.

Zunächst ist sie nur als Beta verfügbar, das heißt: Cortana lernt noch und funktioniert noch nicht perfekt. Die digitale Assistentin hat aber schon Zugang zu den eigenen E-Mails, dem Adressbuch dem Aufenthaltsort, dem Kalender und der Websuche. Das braucht sie auch. Denn Cortana soll ahnen, was wir wissen wollen. Weil wir ihr vorher in ihr „Notizbuch“ geschrieben haben, was uns gefällt. Weibliche Intuition, gebannt in eine App – das klingt verheißungsvoll. Ich persönlich hätte ja gern einen männlichen Assistenten, der mir die Wünsche von den Augen abliest. Aber das ist vielleicht zu viel verlangt.

Ich kenne Cortana nicht persönlich. Aber ich kenne Siri. Unser Verhältnis ist unterkühlt, was vor allem an ihrer besserwisserischen Art liegt. Zum Glück ist sie nicht intelligenter als ich. Wer ist gerade Bundeskanzler? Was ist der kategorische Imperativ? Siri macht es wie jeder Siebtklässler: Sie guckt erst mal bei Wikipedia. Manchmal scheitert sie auch. Wer ist König von Mallorca? „Ich habe keinen Kontakt ‚König’ gefunden“, sagt sie mit ihrer sonoren Stimme. Lässigkeit ist nicht gerade Siris Stärke.

Cortanas angeblich schon. Sie soll eine eigene Persönlichkeit haben, Humor, eine weichere Stimme. Viele werden sogar ein Bild von ihr vor Augen haben – schließlich heißt sie wie ein Charakter aus dem X-Box-Spiel „Halo“.

Ich muss noch mal nachfragen: Siri, warum bist du manchmal so zickig? „Ich hab das hier im Internet gefunden“, antwortet meine Assistentin und zeigt mir ein paar Internetlinks. Dort steht, dass Frauen ein Mal im Monat unter Gefühlsschwankungen leiden.

Siri, was hältst du eigentlich von Cortana? „Das kann ich echt nicht sagen, Barbara.“ Magst du mich? „Ich respektiere dich.“ Ach Siri, mach dich doch mal locker. Sonst muss ich mir am Ende doch noch eine andere Smartphone-Vertraute suchen.

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