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Henckes Netzwelt : Computerspiele als Zeitzeugen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Deutsche Computerspielepreis ist erneut mit höheren Preisgeldern ausgestattet worden – ein Zeichen.

von
erstellt am 09.Dez.2016 | 13:00 Uhr

Hat ein Meisterwerk von einem deutschen Schriftsteller wie Thomas Mann oder Günther Grass mehr kulturellen Wert als ein Computerspiel aus einer deutschen Softwareschmiede? Ja, werden viele sagen. Aber stimmt das? Damit etwas zu einem Kulturgut wird, muss es laut Definition von archäologischer, geschichtlicher, literarischer, künstlerischer oder wissenschaftlicher Bedeutung sein.

Eine Aufstockung der Preisgelder für den Deutschen Computerspielepreis durch den Bund könnte als erneutes Zeichen gewertet werden, dass es eben nicht so ist. Spieleentwickler steigen damit in eine Liga auf, in der auch ihre Werke gesellschaftlich als würdige Kulturgüter angesehen werden sollten. Bereits seit 2008 sind sie es offiziell. Der Bedeutungszuwachs von digitalen Spielen ist ein Grund gewesen, warum der Preis im Jahr 2009 eingeführt wurde. Schon damals sollte er der wachsenden Akzeptanz von Computerspielen als Kunst und Kulturgut Rechnung tragen. Prämiert werden auch in diesem Jahr wieder „kulturell und pädagogisch wertvolle“ Spiele. Dafür werden Preise von insgesamt 550.000 Euro (2016: 470.000 Euro, 2015: 385.000 Euro) ausgelobt. Auch Unterstützungsleistungen in Form von Media- und Mentoringleistungen werden an einige Gewinner vergeben. Bis zum 27. Januar können noch Vorschläge auf der offiziellen Webseite eingereicht werden. Am 26. April folgt dann die Auszeichnung bei einer Gala in Berlin mit dem Bundesdigitalminister Alexander Dobrindt.

Die Veranstaltung ist zwar (noch) nicht so bekannt, wie der Deutsche Buch- oder Fernsehpreis, doch die erneute Aufwertung durch den Bund ehrt nicht nur die Entwickler deutscher Computerspiele, sie verschafft digitalen Kulturgütern mehr Präsenz. 2017 gehören Computerspiele zu unserer Gesellschaft wie auch Filme, Bücher oder historische Baudenkmäler. Sie sind Zeitzeugen und daher definitiv bewahrenswert.

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