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Remote-Desktop : Computerhilfe aus der Ferne

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wenn der Computer streikt, aber keine helfende Hand in der Nähe ist, kann die Fernwartung über Remote-Desktop eine Lösung sein.

Manchmal ist Opa mit der Computertechnik überfordert und weiß bei einer Anwendung nicht mehr weiter. Die technikbegabte Enkelin wohnt allerdings 200 Kilometer entfernt. Technische Probleme am Telefon zu klären, ist häufig schwierig. In einer solchen Situation hilft Remote Desktop: Damit kann sich ein Helfer aus der Ferne auf den Rechner schalten. Remote-Desktop-Anwendungen erlauben sowohl großen Firmen wie auch Privatnutzern die Hilfe per Fernzugriff. „Der Nutzer eines PCs gibt den Blick auf die Steuerung des Rechners einem anderen frei“, erklärt Josef Reitberger von der Zeitschrift „Chip“. „Diese Programme übertragen den Bildschirminhalt eines Rechners auf einen anderen Rechner und die Tastatur- und Maus-Eingaben in der Gegenrichtung“, erklärt Reitberger. Das erlaubt es dem Nutzer, den Rechner von jedem Ort der Welt mit Internetanschluss fernzusteuern.

Die Fernwartung hat ihre Grenzen. Startet der Rechner gar nicht oder gibt es ein Problem mit der Internetverbindung, bleibt die Hilfe aus.

Neben all den Vorteilen birgt Remote-Desktop auch Risiken: „Das sicherheitstechnische Grundproblem ist offensichtlich: mit der Remote-Desktop-Software erlaube ich vollen Zugriff auf meinen Rechner“, mahnt Reitberger. Solange die Software aktiv ist, ist es möglich, von außen alle Daten auf dem betroffenen Rechner und im verbundenen Heimnetzwerk zu sehen. Auch bei der Datenübertragung können Sicherheitslücken den Nutzer angreifbar machen. „In der Regel sind die übertragenen Informationen nicht verschlüsselt und damit abhörbar – so können Datendiebe schnell an Tasteneingaben und Login-Daten gelangen“, sagt Christian Herzog vom IT-Verband Bitkom. Die Absicherung der Verbindung ist möglich, kann viele Nutzer aber auch überfordern.

Statt direkt von Rechner zu Rechner werden Daten häufig über die Server des Anbieters geleitet, kritisiert Reitberger. Der Grund: „Bei einem normalen DSL-Anschluss verhindert die Firewall im DSL-Router, dass ein initialer Zugriff aus dem Internet überhaupt zum PC durchgestellt wird“, so Reitberger. Deswegen baut bei Remote-Desktop-Programmen jeder beteiligte Rechner zunächst eine Verbindung zum Firmenserver auf. Häufig steht dieser nicht in Deutschland, was für offene Fragen bei der Datensicherheit sorgt. „Wer Software verwenden will, die eine Direktkommunikation zwischen den beiden beteiligten Rechnern realisiert, der muss dazu die Firewall eines der beiden Rechner entsprechend konfigurieren – also öffnen“, sagt Reitberger. Auch hier erhöht sich das Risiko für Angriffe aus dem Netz.


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erstellt am 27.Nov.2014 | 09:58 Uhr

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