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Laufwerk, Lüfter und Festplatte : Computergeräusche: Den PC zum Flüstern bringen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Lärm stört die Konzentration, führt zu Stress und kann krank machen – auch wenn er vom PC ausgeht. Lärmt die Rechenkiste unter dem Schreibtisch, ist es höchste Zeit zu handeln.

An das Rauschen unterm Schreibtisch hat sich mancher PC-Nutzer gewöhnt. Doch manchmal geht das „Atmen“ des Rechners auch zulasten der Konzentration. Ab wann Computergeräusche als störend empfunden werden, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Das Bundesumweltministerium bewertet einen Schalldruck von bis zu 30 Dezibel (dB) als normale Geräuschkulisse in einem ruhigen Raum. Lauter sollte der Rechner also nicht sein. Bei 50 dB würde ein PC schon Gesprächslautstärke erreichen, und darüber wird der Lärm zur Belastung. Spätestens dann ist Abhilfe gefragt.

Es gibt drei Lärmquellen im Rechner: Lüfter, optische Laufwerke und Festplatten. Rotation und Reibung von Ventilator und Datenträgern sorgen für Geräusche. Am schlimmsten seien die Lüfter, sagt Christoph Schmidt von der Zeitschrift „Chip“: „Qualitativ schlechte Lüfter erzeugen einen zu laut rauschenden Luftstrom. Alte Lüfter können verstopft oder beschädigt sein.“ Auch die Zahl der Lüfter beeinflusst die Geräuschkulisse. Leistungsstarke PCs haben mindestens drei davon: Am Netzteil, auf dem Prozessor und auf der Grafikkarte. Ohne Kühlung geht es aber nicht, denn PCs erzeugen im Betrieb Wärme. Arbeiten sie besonders intensiv, steigt auch die Temperatur der Chips. Um ein Überhitzen zu verhindern, drehen die Lüfter auf.

Eine Alternative zum Lüfter ist die Wasserkühlung. Die erzeugt keinen Luftstrom, ist also leiser. Christof Windeck von der Zeitschrift „c’t“ kann sie dennoch nicht empfehlen. „Der Luftstrom eines Lüfters ist leicht zu führen, bei einer Wasserkühlung ist es hingegen schwierig, manche Komponenten zu erreichen. Besonders dann, wenn sie gleich mehrere Lüfter ersetzen soll.“

Laut Schmidt kann ein Software-Problem schuld sein. Dann erhält der Lüfter falsche Anweisungen und dreht sich schneller, als er müsste. Bei älteren Rechnern sollte man einen quietschenden und schleifenden Ventilator austauschen. Meist ist jedoch Staub, der sich im Laufe der Jahre in den Kühlungslamellen festgesetzt hat, die Ursache für störende Geräusche. Das Gerät wird dadurch nicht mehr richtig gekühlt, der Lüfter erhöht die Leistung. Hier schafft die Reinigung mit einem Staubsauger Abhilfe. Dabei ist Vorsicht geboten. Das Gerät muss ausgeschaltet und von der Steckdose getrennt werden. Die Komponenten im Computer dürfen nicht mit der Hand oder mit dem Staubsauger berührt werden. Das Lüfterrad sollte fixiert werden, damit Motor und Kugellager keinen Schaden nehmen. Der Staubsauger sollte auf niedrige Stufe eingestellt sein und ein dünnes Tuch vor der Düse haben, damit lose Teile nicht eingesaugt werden. Eine Alternative ist die Reinigung mit Druckluft, die es in Sprühdosen im Baumarkt gibt. Ist der Lüfter trotz Reinigung zu laut, sollte er ersetzt werden. Müssen Prozessoren, Festplatten oder Grafikkarten ausgetauscht werden, sollte ein Computerladen in der Nähe aufgesucht werden.

Als letzte Lösung schlägt Windeck einen Neukauf vor. „Wenn die Lüfter bereits laut sind, die Festplatte schleift und das Laufwerk rattert, ist es ohnehin Zeit für einen neuen PC.“ Dann kann man auch ein Netbook oder ein Tablet in Betracht ziehen. Diese passiv gekühlten Geräte ohne mechanische Laufwerke sind komplett still.

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