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Christiansens Netzwelt : Computer mit Bauchgefühl: Google-Software soll Mensch besiegen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Intuition und selbstständiges Lernen ist Menschen vorbehalten – die Software „AlphaGo“ soll das ändern.

Ich ticke anders als ein Computer: Logik ist nicht meine größte Stärke, ich setze stattdessen auf Intuition. Bei Computern ist das in der Regel anders, mit Emotionen braucht man denen nicht zu kommen. Wer hier wem etwas voraus hat, lasse ich mal offen. Ich erkenne aber neidlos an, dass Computerprogramme besser Rechnen oder Schach spielen als ich. Und: Ich habe gerade gelernt, dass ich mit meinen menschlichen Fähigkeiten beim Brettspiel „Go“ bessere Karten hätte.

Ziel des Spiels ist, mit seinen Spielsteinen ein großes Areal auf dem Brett zu erobern, indem man die Steine seines Gegners umzingelt und vom Spielfeld wirft. „Go“ gilt als ein Spiel, das stark von der Intuition des Spielers abhängt, erklären Softwareentwickler des inzwischen zu Google gehörenden britischen Start ups Deepmind. Ist der Spieler ausgeglichen, legt er seine Steinchen anders, als wenn er impulsiv handelt. Dieses Wissen kann dem Gegenüber nutzen – wenn er die Charakterzüge deuten kann. Also Vorteil Mensch? Das Blatt könnte sich wenden: Google steckt seit Jahren viel Geld in die Entwicklung künstlicher Intelligenz. Den Erfolgsbeweis will das Unternehmen im März liefern, wenn die Software „AlphaGo“ gegen den weltbesten „Go“-Spieler Lee Sedol antritt. Die Software soll in der Lage sein, die Spielzüge aufgrund gesammelter Infos über den Gegner und durch Übung vorherzusagen.

Was aussieht, als wäre es nur eine Spielerei irgendwelcher vom Online-Riesen teuer eingekauften Nerds, könnte aber große Auswirkungen auf die Zukunft haben. Die Software muss üben und trainiert so ihr Bauchgefühl. Google lässt etwa seine selbstfahrenden Autos täglich auf den Straßenverkehr los, damit der Boardcomputer Erfahrung sammelt und Situationen vorausahnen kann. Im Straßenverkehr sind ein gutes Bauchgefühl und intuitives Handeln Voraussetzung – auch für menschliche Fahrer.

Aber, bei all der Effizienz durch den Einsatz smarter Systeme und Faszination für die Möglichkeiten der Technik, wo bleibt denn da der Spaß – am Autofahren, Bezwingen einer Mini-Parklücke oder am Brettspiel?

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erstellt am 10.Feb.2016 | 18:52 Uhr

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