zur Navigation springen

Internet-Sicherheit : Cloud-Speicher: Wie sicher ist die „Datenwolke“?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Internet wird zunehmend bewölkt. Nutzer speichern selbstverständlich Musik, persönliche Fotos, Videos und Dokumente im Online-Speicher. Doch die Cloud birgt Gefahren.

Laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkomspeichern rund 27 Prozent aller Internetnutzer Daten in Clouds (Wolken) ab – insgesamt rund 15 Millionen Deutsche. Die Online-Speicher ermöglichen den Zugriff von überall aus – per App auch mit dem Smartphone oder Tablet-PC. Die meisten Anbieter bieten ihre Speicher mit einer geringen Kapazität und eingeschränkten Funktionen auch gratis an.

Ein Vorteil der Cloud: Anwender können ihre Dokumente unkompliziert und schnell mit anderen Nutzern teilen. Doch genau dort liegt auch das Sicherheitsproblem. Unlängst wurde deutlich: In der Cloud ist nichts sicher vor Datendieben. Hacker hatten im Oktober Tausende private Bilder, auch Nacktfotos, von Prominenten wie Jennifer Lawrence aus Cloud-Diensten gestohlen und veröffentlicht.

Experten raten daher, die Daten vor dem Hochladen inhaltlich zu überprüfen. Jeder sollte sich zunächst die Frage stellen, welche Informationen er bedenkenlos ins Netz laden kann – und was auf keinen Fall dorthin gehört. Je nach persönlichem Datenschützbedürfnis eignen sich Clouds in einigen Fällen nur sehr eingeschränkt.

Doch auch wer seine Privatfotos ohnehin gern beispielsweise in Sozialen Netzwerken teilt, sollte Vorsicht beim Cloud-Backup seiner Daten walten lassen. Unter den Dateien könnten sich heikle Infos befinden, etwa Rechnungen oder pikante Aufnahmen aus der Privatsphäre. Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) warnte unlängst davor, online zu viele Daten preiszugeben: „Ein Nacktbild gehört einfach nicht in die Cloud.“

Anbieter versprechen zwar höchste Sicherheit. Doch genau hier hapert es mitunter. Tests von Fachzeitschriften belegen, dass in puncto Datenschutz einige Online-Speicher Mängel aufweisen. So gelingt es Hackern immer wieder, ahnungslose Internet-Surfer auf gefälschte Anmeldeseiten von Online-Speichern zu locken, die dem Original verblüffend ähnlich sehen. Mit solchen Angriffen – „Phishing“ genannt – greifen die Kriminellen Kennwörter ab. Sie haben dann Zugriff auf online gespeicherte, private Dateien. Die gefälschten Webseiten sind so gut getarnt, dass selbst erfahrene Anwender in die Falle tappen.

Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest sorgen sich 60 Prozent der Deutschen um ihre persönlichen Daten. 16 Prozent fühlen sich sogar so unsicher im Umgang mit dem Internet, dass sie Angst haben, die Technologien zu benutzten. „Wir haben in Deutschland ein wahnsinnig hohes Sicherheitsbedürfnis“, sagte Meinungsforscher Robert Wieland gestern in Berlin. „Gleichzeitig setzen wir uns aber mit den neuen Dingen nicht so intensiv auseinander, um uns selber zu schützen.“

Die Geschäftsmodelle von großen Internet-Firmen sorgen ebenfalls für Unbehagen. 78 Prozent der Deutschen finden es der Studie zufolge nicht in Ordnung, wenn im Gegenzug für einen kostenlosen Dienst andere Zugriff auf persönliche Informationen bekommen. Ihre Daten wähnen die Deutschen innerhalb von Europa sicherer. Die Server vieler Cloud-Dienste stehen allerdings in den USA.

> Für Apple-Anwender: iCloud
Mit dem Betriebssystem iOS 8 hat Apple auch die Online-Festplatte „iCloud Drive“ eingeführt. Damit können Besitzer eines iPhone 6 zum Beispiel Fotos direkt in die Datenwolke ablegen. Auf dem iPhone selbst bleibt nur eine verkleinerte Version. Serverstandort: USA. www.icloud.com

> Für versierte Nutzer: Stratos HiDrive
Die neue Windows-Version von HiDrive bindet den Online-Speicher als Laufwerk in den Windows Explorer ein. So lassen sich Dateien über den Windows Explorer von einer lokalen Festplatte auf das Online-Laufwerk kopieren. Serverstandort: Deutschland. www.strato.de

>Für Alltägliches: Dropbox
Beim Quasi-Standard unter den Online-Speichern hatten sich Anfang 2014 weltweit rund 200 Millionen Teilnehmer registiert. Der Dienst überzeugt durch einfache Bedienung, steht aber wegen Datenschutzmängeln in der Kritik. Serverstandort: USA. www.dropbox.de

>Für Film- und Musikfans: Telekom Mediencenter
Das Angebot eignet sich zur Ablage von Medien, zum Beispiel Videos oder Musik. Für viele gängige Formate stehen passende Player parat. Serverstandort: Deutschland. http://mediencenter.telekom.de

zur Startseite

von
erstellt am 06.Nov.2014 | 06:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen