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Fligges Netzwelt : „Cloud Chasers“: Wie politisch darf es sein?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Spiel über die Flucht vor Krieg und Gewalt erhitzt im Netz die Gemüter.

von
erstellt am 26.Okt.2015 | 07:56 Uhr

Ein Computerspiel über das Leid von Flüchtlingen – geht das? Diese Diskussion hat das mobile Game „Cloud Chasers“ ausgelöst. Auf dem Smartphone oder dem Tablet erzählt das Spiel eines Schweizer Entwicklerteams die Tragödie der Flucht eines Vaters mit seiner Tochter durch die Wüste nach. Ein „Märchen von Familie und Überleben“, heißt es im Trailer. In comichafter 3-D-Optik erlebt der Spieler die Reise in die Stadt „über den Wolken“ und muss dabei auf genügend Wasservorräte achten, aber auch auf ein Fluggerät, das für die Flucht benötigt wird. Die Welt, in der sich der Spieler bewegt, ist ganz bewusst abstrakt gehalten.

Im Netz heißt es nun vereinzelt: Spiele und Politik? Das geht nicht zusammen. Darf man Spaß haben, wenn man sich um Fragen wie das Überleben auf der Flucht beschäftigt? Aber warum stellt sich diese Frage überhaupt bei Computerspielen? Nach dieser Logik muss man auch Bücher, Filme oder sogar Musik in Frage stellen. Die Diskussion zeigt, dass sich das Medium „Game“ die breite Anerkennung als Form der Kunst noch erarbeiten muss. Dabei gibt es mittlerweile viele sogenannte serious Games mit eben diesem Anspruch. Sie wollen nicht nur unterhalten, sie vermitteln Wissen, Zusammenhänge aber auch Gefühle. Wie zum Beispiel ist es als Zivilist in einem Bürgerkrieg. Das Spiel „This war of mine“ lässt das nachempfinden. Vielen Menschen fehlt es an diesem Einfühlungsvermögen. Computerspiele bieten immer häufiger die Möglichkeit an, sich auch mit ernsten Themen interaktiv auseinanderzusetzen. Sie gehen über die bloße Erklärung hinaus und machen sie persönlich erfahrbar. Gleichwohl ist nicht jedes Computerspiel Kunst. Aber genau so wenig sind jedes Buch oder jeder Film Kunst. Für die Ernsthaftigkeit eines Mediums sollte das kein Argument sein.

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