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„Street Bump“ : CDU-Antrag in Hamburg: Per App Schlaglöcher aufspüren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Smartphone-App soll nun einen flächendeckenden Überblick über den Zustand von Hamburgs Asphalt schaffen.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2015 | 08:05 Uhr

Hamburg | Boston hat’s vorgemacht, Hamburg könnte folgen: Autofahrer sollen Schlaglöcher während der Fahrt automatisch per Smartphone aufspüren und an die Behörden melden. Das schlägt die CDU in einem Bürgerschaftsantrag vor, den das Landesparlament am Mittwoch berät. Die Hanse-Union fordert: Die Verkehrsbehörde soll ein entsprechendes Anwendungsprogramm für Hamburg entwickeln.

Das Prinzip der App „Street Bump“ aus der US-Ostküstenmetropole sei „smart und clever“, heißt es in der Antragsbegründung. Das Prinzip: „Startet der Nutzer die App auf dem Smartphone und legt es in die Halterung im Auto, registriert diese automatisch im Hintergrund Erschütterungen, die zum Beispiel durch Schlaglöcher verursacht werden.“ Dazu nutzen die modernen Handys ihre Beschleunigungssensoren, die sonst dafür sorgen, dass sich das Display je nach Ausrichtung mitdreht.

8600 Straßen gibt es in der Hansestadt, die Schlaglöcher hat noch niemand gezählt. Schaden aus den Buckelpisten haben die Nutzer gleich in mehrfacher Hinsicht, beklagt die Unionsfraktion: „Größere Schlaglöcher ziehen zum Teil längerfristige Verkehrsbehinderungen wie Baustellen und Temporeduzierungen nach sich und tragen erheblich zur Stauentwicklung bei.“ Auch gefährdeten holprige Fahrbahnen die Sicherheit, zudem gehe der Reparaturstau ins Geld. Tatsächlich verklagen jedes Jahr mehrere Dutzend Autofahrer die Stadt wegen Schlaglochschäden auf Schadenersatz.

Die Smartphone-App soll nun einen flächendeckenden Überblick über den Zustand von Hamburgs Asphalt schaffen. Zwar existiert bereits eine städtische Webseite, auf der Autofahrer derartige Beobachtungen melden können. Effektiv sei das Verfahren aber nicht, so die CDU. Die wenigsten Autofahrer seien in der Lage und willens, Schadensart und Ortsangabe während der Fahrt zu notieren und später ans Fachamt zu übermitteln, sagt deren Verkehrsexperte Dennis Thering. „Alles in allem werden Schlaglöcher in Hamburg durch derlei bürokratische Hürden viel zu spät entdeckt, wodurch deren Sanierung unnötig lange aufgeschoben wird.“

In Boston werden die Schlagloch-Sammeldaten samt GPS-Position anonymisiert an einen Server übermittelt und dort mit bekannten Erschütterungen und Bodenwellen abgeglichen.

Geht es nach der CDU, wird die App noch vor der Schlagloch-Hochsaison im Winter auf den Weg gebracht.

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