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Sommer 2017 : Camping-Apps: Smarte Hilfen für den Urlaub

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wo parke ich den Bulli? Wie bekomme ich Strom? Wie wird das Wetter? Der moderne Camper findet Antworten auf dem Handy.

shz.de von
erstellt am 27.Jun.2017 | 06:30 Uhr

Stuttgart/Herten | Ob kurzer Wochenendtrip ans Meer, ein Roadtrip durch Skandinavien oder eine Radtour entlang an der Donau nach Wien. Im Sommer steigt bei vielen Deutschen mit dem Reise- auch das Camping-Fieber. In Zeiten von Smartphones und Tablets sind umständliche Klappkarten, schwere Atlanten und gedruckte Campingplatzführer passé – sofern man die richtigen Apps ins Gepäck packt.

Stell- und Campingplätze finden

Ein Klassiker auf längeren Reisen ist die Suche von Camping- oder Stellplätzen für Wohnwagen und Wohnmobile. Oft möchte man sich ja bei einem Trip mit vielen Ortswechseln nicht zeitlich festlegen und flexibel bleiben. Nele Landero, die zusammen mit ihrem Mann unter „camperstyle.net“ bloggt, hat hier bereits mit mehreren Apps gute Erfahrungen gemacht: „Wir selbst haben bisher vor allem Apps wie Womo-Stellplätze.eu, Park4Night oder Campercontact genutzt.“ Auch der ADAC bietet beispielsweise eine entsprechende App an.

Wer nicht nur auf Apps setzen möchte, dem können andere Camper im Netz helfen. Landero empfiehlt zu Fragen rund um Campingmöglichkeiten in Europa die Facebook-Gruppe „Stellplätze und Campingplätze Empfehlungen“ mit fast 20.000 Mitgliedern.

Weitere Apps für unterwegs

„Sinnvoll ist es, eine gute Wetter-App zu installieren“, sagt Kai Feyerabend, Herausgeber der Camping-Magazine „promobil“ und „Caravaning“. Und er rät zu Apps, die die jeweiligen Vorschriften des Reiselandes auflisten. „Via Michelin“ mit dem recht guten Mautrechner, „Rome2Rio“ oder „FetchMyWay“ seien für die Planung von Reisen mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln sowie „GoogleMaps“ für die Navigation und Umkreissuche geeignet, sagt Landero. Außerdem empfiehlt die Bloggerin „Bike Citizens“ oder „Strava“ für Radtouren, „CityMaps2Go“ zur besseren Orientierung in Städten und die Anwendung „OsmAndMaps“ für Hotspots, Adressen-Suchfunktion und Offline-Karten.

Helfer für den Campingplatz

Hat man am Zielort sein Zelt aufgeschlagen, den Wohnwagen abgestellt oder beim Caravan das Vordach ausgezogen, kann das Smartphone ebenfalls helfen. „Von einigen Anbietern gibt es Apps, die wie eine Wasserwaage helfen, das Fahrzeug auszurichten“, sagt Feyerabend. Und noch ein weiterer Tipp: „Wer ein Maximum an Sonnenlicht auf seiner Parzelle möchte, der kann sich auch per App am Sonnenstand orientieren und dann gezielt sein Fahrzeug danach hinstellen.“

Wem der Fernsehempfang auch im Erholungsurlaub wichtig ist, der kann vor der Wahl der Parzelle mit einer von zahlreichen Sat-Finder-Apps prüfen, ob etwa eine Baumreihe oder ein Gebäude die Verbindung zum Satelliten versperrt. Dann steht der Nachrichtensendung oder dem Fußballspiel nichts mehr im Wege.

Auf Funktionalität achten

Doch man sollte nicht nur auf die Funktionalität seiner Apps auf Smartphone und Tablet vertrauen. Christian Günther vom Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD) empfiehlt, dass der Nutzer eine App anhand seiner Verhaltensweise auswählen sollte: „Ist der Nutzer oft auf Campingplätzen mit WLAN, so kann durchaus eine App genutzt werden, die viele Daten aus dem Netz lädt.“ Ist bei den Reisezielen kaum WLAN verfügbar, solle der Nutzer Wert darauf legen, dass die Grundfunktionen auch ohne Internetzugang verfügbar sind.

Stromversorgung unterwegs

Auch spezielle Gadgets können das Camping-Erlebnis versüßen – entweder mit 12 Volt an die Autobatterie angeschlossen oder per Akku. „Grundsätzlich sollten sich Einsteiger keine großen Sorgen wegen spezieller 12-Volt-Geräte machen, da auf fast allen Campingplätzen die Parzellen mit 230-Volt-Versorgung ausgestattet sind“, erklärt Feyerabend. Herkömmliche Geräte wie Kaffeemaschine oder Radio lassen sich so betreiben. „Sinnvoll für das Beseitigen von feinem Sand, den man vom Strand ins Fahrzeug trägt, kann jedoch ein 12-Volt-Handstaubsauger sein.“ Eine Elektro-Kühlbox ist im Sommer praktisch. „Hier ist empfehlenswert, dass diese sowohl über das Auto als auch über normale Steckdosen betrieben werden kann“, sagt Günther.

Generell gilt: „Spätestens nach dem ersten Urlaub merkt man, was wirklich benötigt wird und was nur unnötiger Ballast ist“, sagt Feyerabend. Und: „Viele erfahrene Camper sind hilfsbereit und haben notfalls auch das passende Utensil zum Ausleihen parat.“

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