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Nagars Netzwelt : Bunte Facebook-Kommentare: Sprich in Memes

vom
Aus der Onlineredaktion

Bunte Bilder statt grauer Zeilen: Wer bei Facebook auffallen will, kommentiert mit Memes.

von
erstellt am 26.Mär.2015 | 16:23 Uhr

Es gab Zeiten, da drückten sich die Menschen noch dadurch aus, dass sie Stiere an Höhlenwände malten. Oder ihren Handabdruck. Ich war hier und Stiere gefallen mir, dürfte das in etwa heißen. Doch weil man manchmal etwas komplexere Gedanken zum Ausdruck bringen wollte, entwickelten sich Symbole aus Zeichnungen und Buchstaben aus Symbolen. Das hält aber das Internet nicht davon ab, eine neue Bildsprache zu erschaffen. Zumindest wenn man sich durch die manchmal etwas ausufernden Diskussionsstränge bei Facebook arbeitet oder sich auf Spaßseiten wie 9gag.com herumtreibt.

 

Die Schriftsprache hat viel Praktisches mit sich gebracht, doch auch mindestens einen Nachteil: Auf den ersten Blick scheint alles gleich. Gedicht über den Mondaufgang: gleich. Einkaufszettel: gleich. Langweilige Abhandlung über die Entwicklung der Schriftsprache: gleich. Der Satz „Ich war hier und ich mag Stiere“ dürfte im Facebook-Kommentarbereich kaum jemandem auffallen. Ein passendes, möglichst noch witziges Bild hingegen schon. Selbst wenn man es gar nicht möchte: Bei langen Diskussionen liest man sich nur die Kommentare mit den meisten „Likes“ durch und guckt auf die Memes (sprich: Miem). Wer bis hier gelesen hat, ohne die Bilder unten anzuschauen, ist wirklich eisern.

Ein Meme ist ein Internetphänomen, das sich rasant verbreitet  – und gern werden Meme-Bilder genommen, um dem Kommentar etwas mehr Würze – und Aufmerksamkeit – zu geben. Gemischt mit einem trockenen Spruch oder zutiefst triefender Ironie. Gern genommen sind dafür Bilder von Fry aus der Serie Futurama (oben), ein grüner Dinosaurier (unten), Star Trek-Charaktere oder die grimmige „Grumpy Cat“ (ganz unten). Diese Netz-Lieblinge werden in den einschlägigen Meme-Generatoren im Internet gleich als erstes präsentiert.

 

Was zunächst danach aussieht, als würde sich der Kieler Landtag streiten, hat sich mittlerweile zur netzeigenen Ikonografie gemausert. Technisch sind die Memes schnell erstellt – wenn man denn einen passenden Spruch parat hat. Manchmal bringen die Bilder etwas kurz, knapp und lustig auf den Punkt. Oft steckt mehr dahinter als „Hand – Stier - guuuuut.“ Man sollte aber nicht vergessen, auch mal die leiseren Töne zu hören. Wer bis hier gelesen hat, ohne die Bilder anzuschauen, ist wirklich – Hallo, liest noch jemand? Oh, eine Katze...

 
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