zur Navigation springen

Henckes' Netzwelt : Böse historische Kriegsspiele

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Apple hat aussortiert und ein paar Kriegsspiele aus dem AppStore entfernt – allerdings inkonsequent.

von
erstellt am 29.Jun.2015 | 11:01 Uhr

Die Flagge der Konföderierten Staaten von Amerika – auch „Südstaatenflagge“ – hat historische Bedeutung für einige US-Bundesstaaten. Von vielen Amerikanern wird sie als rassistisches Symbol angesehen und entfacht regelmäßig Debatten – besonders nach dem Anschlag in Charleston vom 17. Juni, als der 21-jährige Dylann Roof neun schwarze Amerikaner in einer Kirche erschoss. Denn die Konföderierten Staaten galten auch als die „Sklavenhalterstaaten“.

Angesichts der Diskussion hat Apple nun historische Kriegsspiele aus seinem Appstore verbannt. Darunter „Ultimate General: Gettysburg“ oder „Civil War: 1862“. Der Grund: Die Spiele würden diffamirende Verweise auf religiöse, kulturelle und ethnische Gruppen enthalten und daher gesperrt werden. So kurios die Entscheidung, so inkonsequent wurde sie umgesetzt. Denn Spiele, die zum Beispiel die Reichsflagge unter Hitler beinhalten, finden sich weiterhin im Apple Store.

Die Zeitung „Guardian“ hält fest, dass viele der Nazi-Spiele keinen historischen Bezug hätten, anders als die kürzlich gesperrten Spiele. So würde man im Spiel „Wolfenstein 3D“ ein Nazi-Schloss stürmen und dann einen Roboter-Hitler töten. Für Apple scheint das, anders als bei „Civil War: 1862“, okay. Dessen Entwickler sagen, man beziehe sich lediglich auf den historischen Kontext, in dem die Flagge verwendet wird. Apples Handeln könne man nicht nachvollziehen, hieß es. Tatsache ist doch, dass das Verbannen der historischen Flagge das Rassismus-Problem in den USA und anderswo nicht lösen wird. Man kann Geschichte nicht einfach löschen. Verändern muss sich die Einstellung der Menschen untereinander.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen