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Blog-Tipps Wo sich ein Klick lohnt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Tagebücher haben die Eigenschaft, geheim zu sein. Nicht so Blogs. Diese digitalen Tagebücher sind dazu gedacht, mit den eigenen Gedanken, persönlichen Eindrücken oder Kritik an Politik oder Gesellschaft ein möglichst breites Internet-Publikum zu erreichen. Diese deutschen Seiten lohnen den Besuch:

Live-Berichterstattung über rechte Demos in Sachsen – damit setzt sich das Twitter-Projekt „Straßengezwitscher“ (@streetcoverage) gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ein. Im März 2015 sendeten Johannes Filou und Alexej Hock – damals beide Studenten – ihren ersten Tweet. Mittlerweile haben sie über 10  000 Follower, wurden mit einem Zivilcourage-Preis ausgezeichnet und wollen expandieren. Sie sammeln Geld für eine Plattform, auf der sie über anstehende fremdenfeindliche Aktionen und Gegenveranstaltungen informieren, gegebenenfalls darüber live berichten und Hintergründe liefern wollen.

Lutz Geißler ist eigentlich Geologe, backt aber laufend Brot und bloggt darüber. Auf dem „Plötzblog“ (www.ploetzblog.de)erklärt er das so: „Geologie und Brotbacken sind thematisch gar nicht so weit voneinander entfernt.“ Es geht dann um den versteinerten Brotlaib, Brotkrustenbombe und Kissenlava. Vor allem aber teilt Geißler auf dem Blog Rezepte und Fotos seiner Backkünste.

Paul Salopek ist schon seit drei Jahren unterwegs und hat nicht einmal die Hälfte seiner Reise hinter sich. 34  000 Kilometer, von Äthopien bis nach Feuerland, in sieben Jahren, zu Fuß – das ist der Plan des Amerikaners. Salopek folgt dabei dem Weg, den der moderne Mensch nahm, als er von Afrika aus die Welt besiedelte. Unter dem Titel „Out of Eden Walk“ (Out of Eden Walk) bloggt der Reporter und Pulitzer-Preisträger über die Reise. Auf der Internetseite des National Geographic Deutschland gibt es einige Texte auf Deutsch.

2015 war das Jahr von „Netzpolitik.org“. Was mit Ermittlungen wegen Landesverrats begann, bescherte den Bloggern für digitale Bürgerrechte breiten öffentlichen Zuspruch. Der Generalbundesanwalt war der Ansicht, dass Markus Beckedahl und sein Team die Pläne des Bundesverfassungsschutzes zum Ausbau der Internet-Überwachung nicht veröffentlichen durften. Damit stand der Ermittler am Ende recht alleine da, er musste zurücktreten und das Verfahren wurde eingestellt.

Löst „Ask Helmut“ „Mit Vergnügen“ (www.mitvergnuegen.com) ab? Beide Blogs geben Ausgeh-Tipps für Berlin (daneben Leipzig beziehungsweise Hamburg). Helmut (www.askhelmut.com) meint aber, nicht nur zu wissen, was ist der Stadt los ist, sondern auch, was zu seinen Lesern passt – egal ob Musik, Theater, Tanz, Film oder Kunst. Wer sich anmeldet, kann sich Veranstaltungen und Orte auf einer Liste merken und bekommt Empfehlungen.

„Ich habe mich in der Nähe von Toilettenpapier nicht unter Kontrolle“, steht auf dem Zettel. Der drei Monate alte Welpe guckt betreten in die Kamera, so wie der junge Husky, der im zerbrochenen Plastik vor folgendem Zettel sitzt: „Ich habe mich gebadet und danach die Wanne zerstört!“ Es sind Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner nach deren Vergehen als Genugtuung zumindest im Internet ein bisschen an den Pranger stellen wollen. Auf www.dogshaming.com (Hunde schämen sich) fotografieren Herrchen und Frauchen ihre Tiere mit schriftlichem Schuldeingeständnis – Hundeblick inklusive.

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