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Möglichkeiten und Probleme : Big Data – Die Sammelwut der Staaten und Unternehmen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was ist eigentlich Big Data? Und bringt es Probleme? KiNA-Reporter Holger Schaffer (15 Jahre) hat sich damit beschäftigt.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2017 | 08:58 Uhr

Immer häufiger taucht in den Medien im Zusammenhang mit der NSA- und BND-Affäre auch das Schlagwort „Big Data“ auf. Unter Big Data versteht man Datenmengen, die zu groß sind, um manuell, also von Hand, bearbeitet zu werden. Prinzipiell eigentlich nichts Schlimmes. Aber heutzutage gilt der Begriff Big Data vor allem für personen- oder gruppenbezogene Daten, die auf riesigen Datenservern gespeichert werden.

Aber auch die Erkenntnisse über den Klimawandel entstammen größtenteils der Sammlung und Auswertung großer Datenmengen – Big Data eben.

„Big Data bezeichnet die grundsätzliche Speicherung von allen angefallenen Informationen so genau wie möglich, unabhängig davon, ob sie schon benötigt werden oder nicht“, so Alexander Bernhardt, Mitglied des Chaos Computer Clubs. Die gespeicherten Daten können auf Wunsch abgerufen und ausgewertet werden. Die Fragestellungen zur Auswertung der Daten ergeben sich meistens erst in der Zukunft, sagt er.

Die Möglichkeiten reichen von einfacher Statistik, beispielsweise wie viele E-Mails in einem Unternehmen verschickt werden, bis zur Anfertigung von vermeintlichen Steckbriefen einzelner Menschen, wer ihre besten Freunde sind, welchen Hobbys sie nachgehen, ob sie schwanger sind oder eine Krankheit haben. Dieser Punkt ist ein Grund, weshalb Datenschützer die massenhafte Datenspeicherung auf Vorrat immer wieder stark kritisieren. Schließlich ist dies ein Eindringen in die Privatsphäre eines Menschen.

Andererseits kann Big Data in dieser Form unter Umständen auch dazu beitragen, die Sicherheit und Ordnung im Land aufrechtzuerhalten. Doch eigentlich ist dies nicht der Ansatz von Big Data.

„Es geht in der Regel nicht darum, das Verhalten eines einzelnen Menschen zu verfolgen, sondern vorhersagen zu können, wie sich viele Menschen, zum Beispiel die Nutzer der Verkehrsbetriebe, verhalten werden“, so Bernhardt. „Es geht nicht um mich als Person, sondern es geht um alle in der Summe und um eine Prognose.“ Was letztlich mit dieser Prognose geschieht, das hängt ganz vom Besitzer oder Nutzer der Daten ab. „Ich mache keine Stichprobe, ich frage nicht tausend Leute, wie sie sich verhalten und schließe daraus auf sechs Millionen, die es am Ende sind, sondern ich überprüfe direkt alle sechs Millionen und gucke, wie die sich verhalten.“

Trotz all dieser Aspekte ist Big Data noch immer ein sehr umstrittenes Thema. Das Missbrauchspotenzial sei zu hoch, meinen Datenschützer. Entgehen kann man der Sammlung von Daten kaum noch. Letztendlich liegt es aber im eigenen Ermessen, ob man jetzt Angst davor haben sollte oder sich auf eine Zukunft mit Ordnung durch Big Data freut.

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