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Online-Verkäufe : Betrugsmasche bei Amazon: Abzocke mit Fake-Angeboten

vom

Kriminelle kapern Konten und bieten fiktive Produkte an. Amazon bekommt die Masche seit Jahren nicht in den Griff.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2017 | 10:58 Uhr

Luxemburg | „BEVOR ,In den Einkaufswagen' B.ITTE K.ONTAKTiEREN Sie mich“, steht in der Verkaufsanzeige. Warum auch nicht? Der Verkäufer auf Amazons Marktplatz ist schließlich mit fünf Sternen bewertet - scheint seriös zu sein. Er selbst ist es vielleicht auch, aber die Anbieter hinter den eingestellten Produkten sind es nicht. Seit mehreren Jahren übernehmen Kriminelle systematisch Verkäuferkonten auf Amazon, um Nutzer mit fiktiven Angeboten in die Falle zu locken. Kunden sollen das Geschäft abseits der Plattform abwickeln und den Kaufpreis für das Produkt der Wahl außerhalb von Amazon auf ein Konto überweisen. Das Ergebnis: das Geld ist weg, die Ware kommt nie an.

Gefälschte Angebote sind nicht immer leicht zu erkennen. Auch die Verkäufer merken nicht immer sofort, dass ihr Konto gekapert wurde.

Pro Tag kapern Betrüger etwa ein Dutzend Verkäuferkonten, um Waren im Wert von insgesamt 500 Millionen zum Verkauf anzubieten. Das berichtet heise.de. Auf jedes Konto werden Zehntausende fiktive Angebote hochgeladen, teilweise zum Schnäppchenpreis. Artikelmengen, die die Online-Plattform eigentlich aufhorchen lassen könnten.

Ein Leser des Nachrichtenportals heise.de meldete nach eigenen Angaben innerhalb der vergangenen drei Wochen etwa 200 gekaperte Verkäuferkonten an den Amazon-Kundenservice. Heise.de kontaktierte daraufhin einige der Verkäufer - sie bestätigten, dass die eingestellten Angebote nicht von ihnen selbst hochgeladen wurden. Amazon reagierte schnell, manche der Fake-Angebote verschwanden binnen weniger Stunden aus dem Netz.

Amazon scheint das Problem seit Jahren nicht in den Griff zu bekommen. „Wir raten Kunden für Bestellungen bei Marketplace-Verkäufern niemals Bezahlungen außerhalb der Amazon-Website zu veranlassen“, heißt es in einer Stellungnahme Amazons gegenüber heise.de. Konkrete Maßnahmen gegen die Betrugsmasche kündigt der Online-Riese hingegen nicht an.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen beobachtet laut einem Bericht von c't im November die „massiven Dauerattacken“ auf Amazon.de seit Anfang 2013. Sie kritisiert, dass Amazon seine Nutzer nicht an prominenter Stelle wie beispielsweise der Login- oder Startseite vor diesen Betrugsversuchen warnt. Auch die Behörden haben das Problem auf der Agenda: Bei einer Durchsuchungsaktion im November wurden in Rumänien 74 Verdächtige festgenommen.

An die Zugangsdaten zu den Verkäuferkonten gelangen die Betrüger beispielsweise mittels einer altbekannten Masche: sie versenden Phishing-Mails. Die gefälschten E-Mails sehen aus, als kämen sie direkt von Amazon. Der Empfänger wird auf eine manipulierte Webseite gelockt, auf der er sich einloggen soll - vermeintlich in sein eigenes Amazon-Konto. Die Betrüger greifen die Login-Daten jedoch ab und haben fortan Zugriff auf den Account.

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