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Christiansens Netzwelt : Bestellung per Emoji

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zimmerservice, Essenslieferung: In den USA werden Geschäfte über Bilder abgewickelt.

von
erstellt am 26.Okt.2015 | 19:03 Uhr

Flensburg | Mit Textnachrichten ist das so eine Sache: Witze funktionieren kaum, Ironie schon gar nicht, auch ein Streit wird selten schriftlich gelöst. Um die Trefferquote zu erhöhen, schleicht sich immer wieder Bildsprache in die Nachrichten: Aneinander gereihte Satzzeichen wie :-) oder bunte Bildchen, wie ein Herz (Emoji), sollen die Botschaft verdeutlichen. Hilft nicht immer.

Unter Freunden ist diese Art der visuellen Kommunikation aber trotzdem salonfähig, gehört vielfach sogar zum guten Ton. Im Hinblick auf die geschäftliche Kommunikation sorgen die Meldungen über den neuerdings auch auf Apple-Geräten verfügbaren Stinkefinger-Emoji wohl eher für unbeteiligtes Achselzucken. Noch.

In den USA ist man uns da einen Schritt voraus: Gäste eines New Yorker Hotels müssen dort nun nicht mehr zum Telefon greifen, um den Zimmerservice in Anspruch zu nehmen – sie schicken Emojis. Ganz ohne nervige Nachfrage kommen dann das SOS-Kater-Paket oder die Hygiene-Utensilien direkt aufs Zimmer – bestellt wie auf dem Bild gesehen.

Etwas weniger vorhersagbar geht es beim Start-up „Fooji“ (zusammengesetzt aus „Food“ und „Emoji)“ zu: Per Twitter oder Textnachricht senden Hungrige in New York, San Francisco oder Chicago zum Beispiel ein Burger-Emoji an den Dienstleister. Der kümmert sich um den Rest: Essen in einem umliegenden Restaurant besorgen und zum Kunden nach Hause bringen. Sozusagen Blind-Booking fürs Essen, denn die Art des Burgers kann bei der Bestellung nicht weiter spezifiziert werden. Extrawürste sind hier Fehlanzeige – ein Traum für jeden Essens-Abenteurer, ein Albtraum für Leute wie mich. Denn hier verdeutlicht die Bildsprache nicht, sie senkt die geschmackliche Trefferquote. Und ich weiß eben gern, was auf meinem Burger drauf ist.

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