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Dirks' Netzwelt : Bemühung des VZBV

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Facebook ist und bleibt kostenlos!“ – mit diesem Satz führe Facebook Nutzer in die Irre, sagt der Verbraucherzentralen-Bundesverband und klagt.

VZBV – Sie wissen nicht, was sich hinter dieser Abkürzung verbirgt? Keine Sorge, damit stehen Sie nicht allein. Vermutlich auch deshalb versucht der Verbraucherzentralen-Bundesverband regelmäßig, seine Bekanntheit bei seiner Zielgruppe mit mehr oder weniger originellen Aktionen zu erhöhen. Diese Woche war es wieder soweit: Der VZBV geht gegen Facebook vor. Denn: mit der Aussage des Netzwerks, die wir alle kennen – „Facebook ist und bleibt kostenlos!“ – führe Facebook Nutzer in die Irre. Denn die müssen für die Nutzung des Dienstes ja doch etwas hergeben, nämlich Daten. Damit sei der Dienst eben nicht mehr „kostenlos“. Und vor irreführender Werbung müssen Sie, liebe Verbraucher, natürlich geschützt werden.

Stellen Sie sich hier bitte einen tiefen Seufzer vor. Gewiss. Datenschutz ist ein Grundrecht. Zu Recht weist auch Kollege Weichert ein ums andere Mal darauf hin, dass nur der informierte Nutzer die Kontrolle über seine Daten wirksam ausüben kann. Ebenfalls zu Recht fragte Kollege Voss in der letzten Woche: Ist es notwendig, dass eine Lesezeichen-App die Rechte hat, die Lampe des Smartphones einzuschalten?

Vorwürfe wie die angebliche „Irreführung“ haben aber eher Kirmescharakter und behandeln mündige Verbraucher wie Kleinkinder. Sie sind nicht geeignet, die zu erreichen, um die es gehen sollte: Um Jugendliche zum Beispiel. Die antworten nämlich auf die Frage, ob ihnen das Geschäftsmodell von Facebook oder Google bekannt sei, regelmäßig so: Selbstverständlich – Die Datensammelei ist schädlich, aber der Nutzen der Dienste ist so groß, dass ich sie in Kauf nehme.“ Zurück zum Ausgangsfall. Da sich Facebook kaum beugen wird, kann demnächst das Landgericht in Hamburg oder Berlin den Verbraucherschützern (gerichts-) kostenpflichtig ins Stammbuch schreiben, wie die „angesprochenen Verkehrskreise“ den Begriff „kostenlos“ verstehen. Mutmaßlich nämlich im Sinne von „nicht gegen Entgelt“. Ob es dazu dann wieder eine Pressemeldung des VZBV geben wird, dürfen wir wohl bezweifeln.

> Stephan Dirks ist Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht in Kiel und bloggt unter www.dirks.legal

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erstellt am 28.Feb.2015 | 04:05 Uhr

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