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Henckes Netzwelt : Bekenntnis zum „echten“ Leben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In Zukunft tragen wir unseren Computer im Rucksack und sehen die Welt durch eine rosarote Brille.

von
erstellt am 30.Mai.2016 | 15:49 Uhr

Die ersten Computer füllten ganze Räume, dann wurden Laptops immer schmaler und kleiner. Der Hardwareentwickler MSI und der PC-Hersteller Hewlett Packard tüfteln derzeit am leistungsfähigen Rucksack-PC. Die Erinnerung an frühe Mobiltelefone, die noch auf dem Rücken rumgeschleppt wurden, kommt zurück. Doch weit gefehlt. Die leistungsstarken Maschinen sollen die virtuelle (und erweiterte) Realität straßentauglich machen. Angefeuert von zwei Akkus im Gürtel werden Menschen künftig die Realität um eine weitere Ebene ergänzen oder ganz ins Virtuelle abtauchen können. Dann werden die Brillenträger nicht mehr über Kabel stolpern, sondern über Straßen und Plätze.

Ein Video des Designers und Filmemachers Keiichi Matsuda zeigt in etwas über sechs Minuten eindrucksvoll, wie in ein paar Jahren der Alltag mit PC-Rucksack und aufgesetzter VR-Brille aussehen könnte: Überladen.

HYPER-REALITY from Keiichi Matsuda on Vimeo.

 

Überall ploppen Informationen und Werbung auf, alles piept und singt, es kommen Videoanrufe rein. Das Video zu Ende zu sehen, ist kaum zu ertragen, die erweiterte Realität ist schon im Video purer Stress. Matsuda zeigt, was die Menschheit möglicherweise erwartet.

Auch der Pixar-Film „Wall-E“ spielte schon mit der Gefahr, was mediale Dauerberieselung, virtuelle und erweiterte Realität mit den Menschen anstellen können – nämlich sie zu bequemen, fetten und handlungsunfähigen Körpern zurückzuentwickeln. Klar sind beides extreme Szenarien, doch VR-Brillen tragende Zombies sind kein unwahrscheinliches Szenario. Und so lautet das Jugendwort des Jahres 2020 vielleicht nicht mehr Smombie sondern Virus, ein Mischwort aus Virtualität und User (Nutzer). Damit es nicht soweit kommt, sollten wir heute schon den Blick wieder mehr ins echte Leben richten.

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