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Christiansens Netzwelt : Balkonien statt USA? Wenn der Facebook-Account den Urlaub verhagelt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Unsere Profile bei Facebook & Co sagen viel über uns aus. Von dem Inhalt könnte bald unser Urlaub abhängen.

von
erstellt am 29.Jun.2016 | 11:24 Uhr

Schuhe aus, Gürtel raus, Schal weg; dazu online, an Bord und am Flughafen teils absurd-private Fragen wahrheitsgemäß beantworten und die Fingerabdrücke scannen lassen – in die USA einzureisen war noch nie sonderlich einfach, und angenehm schon gar nicht. „Wenn’s hilft“, dachte ich jedes Mal, rang mir dem mürrisch dreinblickenden Grenzbeamten gegenüber eine seriöse Mine ab und konnte ohne große Probleme durchmarschieren. Dennoch – ich fühlte mich gläsern, durchleuchtet.

Dieses Gefühl könnte künftig noch stärker werden: Laut einem Bericht des Tech-Magazins The Verge könnte es auf den Einreiseformularen bald ein Feld geben, in dem Reisende alle ihre Social-Media-Accounts eintragen müssen – mit Plattform und Nutzernamen. Allein die Vorstellung löst ein komisches Gefühl bei mir aus. Hier geht es um mehr als biometrische Daten, auf die ich selbst wenig Einfluss habe. Es wird persönlich. Denn diesen Bereich gestalte nicht nur ich selbst mehr oder weniger bewusst, auch meine Freunde geben nicht nur auf ihrem eigenen, sondern auch auf meinem Profil Dinge von sich preis. Eine Fundgrube für Ermittler, denn hier werden alle Fäden des Lebens zusammengeführt.

Es macht sicher Sinn sich anzugucken, wer einem Terrorverdächtigen Katzenvideos auf die Pinnwand postet. Aber pauschal von der Masse aller Reisenden den digitalen Spiegel ihres echten Lebens als Nachschlagewerk parat zu haben, wirkt leicht paranoid.

Diejenigen, deren Aktivitäten in den sozialen Medien bislang noch keine Auswirkungen auf das Verhältnis zum Arbeitgeber, einen möglichen neuen Job oder die Versicherungspolice hatten, haben jetzt eine weitere Chance dies auszuprobieren. Konsequenz: Urlaub auf Balkonien?

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