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10 Jahre Kina beim sh:z : Authentisch und erfolgreich – die etwas anderen Youtuber

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Statt nur nach Klicks zu jagen, machen Fynn Kliemann und Coldmirror, was ihnen gefällt – und kommen trotzdem an.

Die Kindernachrichten feiern beim sh:z zehnten Geburtstag. Wir feiern das Jubiläum auf eine ganz besondere Art und Weise: 28 junge Kinderreporter übernehmen am Donnerstag die Redaktion, drehen Filme, schreiben Artikel und gestalten die Freitagsausgabe der Tageszeitungen sowie einen Liveblog. Inger Dahl und Ben Castello haben den Aufmacher im Netzwelt-Ressort geschrieben:

„Ohh neee ey, ich hat’s doch grade!“, Fynn Kliemann scheitert an einer Außenlampe, die sich einfach nicht in der Wand befestigen lassen will. Das frustriert, auch wenn ihm sonst Handwerkliches gut gelingt. Fynn Kliemann hat seit 2009 einen Kanal auf YouTube, ist aber erst seit April 2015 wieder richtig aktiv. Er macht Heimwerker-Videos und hat sichtlich viel Spaß dabei.

Solche außergewöhlichen Inhalte findet man nicht oft im Internet, denn viele YouTuber geben einem das Gefühl, Videos nur für Klicks zu machen und dabei den Spaß an den Videos in den Hintergrund zu stellen, indem sie nur noch auf die breite Masse zugeschnittene Formate produzieren. Doch es gibt auch noch eine andere Seite.

Ein Beispiel dafür ist auch Coldmirror. Sie ist schon sehr früh durch Comedy-Videos bekannt geworden, laut eigener Angabe eher über YouTube gestolpert, wollte eigentlich Synchronsprecherin und Schauspielerin werden, macht nun seit über zehn Jahren YouTube und hat sich nie wirklich der Masse angepasst. Coldmirror sagt, dass es ihr Ziel sei, glücklich damit zu sein, was sie tut. Da ihr ihre Videos immer noch genauso viel Spaß machen wie früher, gäbe es keinen Grund für sie, um mit YouTube aufzuhören.

Sie selbst war lange Platz 1 der meistabonnierten Kanäle in Deutschland, heute ist sie nicht einmal mehr bei den Top 100 dabei, ihr ist das aber egal, solange sie ihren Rennmäusen und sich selbst noch etwas zu essen kaufen kann.

Trotzdem ist sie noch immer sehr beliebt, manche gehen sogar so weit, sie die deutsche YouTube-Mutter zu nennen. Sie selbst sagt von sich, dass der große Erfolg ihr zwar mehr Selbstvertrauen gebracht hat, sie aber auch teilweise unter Druck setzt. „Man kann es nicht jedem recht machen, es gibt immer welche, die Dinge in den falschen Hals bekommen.“ Aber sie versucht dennoch, viele Nutzer anzusprechen – und dadurch entstehen viele neue Formate, die bis 2016 sogar eine eigene Sendung auf Einsfestival spendiert bekamen. Diese Formate, egal ob Anime-Parodie oder Synchronisation, sind ihr fast alle in langweiligen Momenten eingefallen.

Wie Coldmirror hat es für Fynn Kliemann keinen Sinn, sich dem Mainstream anzupassen. Er liebt das, was er tut. Fynn macht schon immer dieselben Dinge, nur dass er jetzt eine Kamera dabei hat und auch mit großen Maschinen arbeiten darf. Er ist stolz auf die meisten seiner Projekte, denn vom Lastenfahrrad bis zum Pick-Up hat er schon alles gebaut und er zelebriert jedes Jahr den Mach-deine-Scheiße-Tag, in dem er die kleinen, nervigen Probleme im Alltag repariert. Auch ohne eine Lehre kann er schweißen, sägen und basteln wie ein Profi. Und am Ende schafft er es dann doch noch, die Lampe zu montieren.

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erstellt am 06.Apr.2017 | 18:36 Uhr

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