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Digitalradio : Auf dem Weg zu vernetzter Musik

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In der immer schnelllebigeren Zeit der Unterhaltungselektronik hat das analoge UKW-Radio bisher wie ein Fels in der Brandung überdauert. Doch der Umstieg auf ein Digitalradio kann sich durchaus lohnen.

MP3, Musik-Streaming und Tausenden Internet-Radiosendern zum Trotz: In vielen Haushalten hat das gute alte Küchenradio immer noch einen Stammplatz. Es berieselt die Bewohner nebenbei mit Musik und Nachrichten. Wer sich ein neues Radio zulegen möchte, sollte sich nicht nur über den digitalen Empfangsweg, sondern auch über Vernetzung und Ausstattung Gedanken machen. Eine der wichtigsten Fragen, die es vor dem Kauf zu klären gilt: Soll das Radio ganz klassisch wie bisher die Sender ausschließlich analog über Ultrakurzwelle (UKW) empfangen, oder macht ein Empfänger für Digitalradio (DAB+) bereits Sinn? Für Roland M. Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) ist ein Digitalradio auf jeden Fall vorzuziehen: „Denn das Radio sollte ja zukunftssicher sein.“ Denn als möglicher Abschalttermin für UKW wird das Jahr 2025 gehandelt.

Bei DAB+, das für Digital Audio Broadcasting steht, handelt es sich um einen digitalen Übertragungsstandard für den terrestrischen Empfang. Bundesweit gingen erstmals im Sommer 2011 entsprechende Programme auf Sendung. Bisher ist das Digitalradio in Deutschland allerdings noch keine Erfolgsgeschichte. Laut aktuellem Bericht der Medienanstalten steht gerade mal in 7,5 Prozent der Haushalte hierzulande mindestens ein DAB+-Gerät, das UKW-Radio hat mit einer Verbreitung von 93,5 Prozent die Nase noch meilenweit vorne.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät bei einer Neuanschaffung ebenfalls zum Digitalradio. Eines der Argumente: „Digitales Radio bietet deutlich mehr Programme, einen störungsfreien Empfang und eine verbesserte Wiedergabequalität.“ Zudem liefert DAB+ Zusatzdienste zum Programm wie Texte, Bilder und einen erweiterten Verkehrsfunk. Die neue Technik ist quasi rauschfrei und macht einen Sendersuchlauf überflüssig. Alle DAB+-Radiogeräte können aber auch die gewohnten UKW-Programme weiterhin empfangen.

Das digitale Radioangebot nimmt zwar stetig zu, unterscheidet sich jedoch noch von Bundesland zu Bundesland. „Die benötigten Funktionen hängen von der gewünschten Nutzung ab. Wenn der Kunde beispielsweise Internetradio in der Küche über WLan nutzen möchte, muss das Radio dies natürlich bieten“, erklärt Roland Stehle. Internetradio ist ein Tor zu tausenden Stationen weltweit. Die Radios erlauben es, anhand vorprogrammierter Sender und umfangreicher Filterfunktionen nach unterschiedlichen Genres wie Nachrichten, Sport, Unterhaltung oder Talk beziehungsweise nach diversen musikalischen Stilrichtungen wie Jazz, Pop oder Klassik zu fahnden. Natürlich kann man auch beliebige andere Programme und Streams anhören oder einprogrammieren, die man im Netz gefunden hat. Oft können die Geräte auch Musik aus dem Heimnetzwerk streamen. Ein USB-Anschluss ist praktisch, um über die eingebauten Lautsprecher die Lieblingssongs von einem Speicherstick wiederzugeben. Wer viel Musik auf Smartphone oder Tablet lagert, freut sich vielleicht über Bluetooth. Kopfhörerbuchse und ein Klinkenstecker-Eingang sollten eigentlich Standard sein. Wichtig ist auch darauf zu achten, dass ein WLan-Modul im Gerät steckt, wenn man fürs Internetradio oder zum Streamen von Musik kein Lan-Kabel anschließen will. Die Preisspanne reicht von rund 30 Euro bis zu mehreren hundert Euro, abhängig vom Funktionsumfang.

> Weitere Infos und einen Überblick über die Netzabdeckung: www.digitalradio.de

Was Digitalradio bietet:
Digitalradio (DAB+) klingt nicht zwangsläufig besser als das analoge UKW-Radio. Denn bei DAB+ ist der Klang abhängig von der jeweiligen Datenrate, mit der ein Programm ausgestrahlt wird, berichtet das Telekommunikationsportal „Teltarif.de“. Bei Radiosendern, die nur 72 Kilobit pro Sekunde (kBit/s) verwenden, sei der Klang nicht besser als bei UKW, bei noch niedrigeren Raten unter Umständen hörbar schlechter. Vor allem die ARD-Anstalten senden den Angaben zufolge jedoch meist mit hohen Datenraten, deren Klangqualität die analogen UKW-Signale übertrifft. Bei fehlerfreiem Signal sei DAB+ im Vergleich zu UKW zumindest immer rauschfrei. DAB+ eröffne in den meisten Regionen ein größeres Programmangebot.  Weil die Sendernetze für DAB+ noch nicht vollständig ausgebaut sind, gibt es vor allem noch in ländlichen Gebieten und dort insbesondere innerhalb von Häusern Lücken bei der Versorgung mit Digitalradio, erklären die Experten. dpa
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