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VR im Test : Auf dem Hurricane Festival virtuell abtauchen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf dem Hurricane Festival in Scheeßel gibt es mehr als nur Musik: Direkt zwischen Bierverkauf und Merchandise-Stand dürfen alle Festivalbesucher in die virtuelle Realität reinschnuppern. Unser Reporter hat es getestet.

shz.de von
erstellt am 29.Jun.2016 | 13:49 Uhr

Scheeßel | Lange Schlangen am Eingang, glückliche Gesichter am Ausgang: Als ich beim VR-Truck ankomme, höre ich immer wieder Sätze wie „Alter, das war so geil!“ Anscheinend kommt virtuelle Realität (VR) also gut an.

Im Truck selbst erwarten mich zehn vorbereitete Plätze mit Virtual Reality Brillen, die jeweils an einer PlayStation 4 angeschlossen sind. Einige der Spiele: die Shooter „Rigs“ und „Battlezone“, aber auch der Horror-Titel „Until Dawn – Rush of Blood“ sowie die Spielesammlung „VR Worlds“. Das Ziel: für Jeden soll etwas dabei sein.

Los geht es für mich mit dem Shooter „Rigs“. Recht unkompliziert setzt mir der Sony Mitarbeiter die VR-Brille auf und stellt die Schärfe ein. „Wow!“, denke ich. Von einem Moment auf den anderen bin ich nicht mehr auf dem Hurricane-Festival, sondern in einer riesigen Kommandozentrale. Durch ein eingebautes Gyroskop erkennt die Brille jede meiner Kopfbewegungen und überträgt sie ins Spiel. Ich bin wirklich in der Spielwelt und kann mich dort umschauen.

Nachdem ich mich für einen Kampfroboter entschieden haben, fährt meine Spielfigur mit einem Aufzug nach oben. Und plötzlich bin ich wirklich mittendrin: Wie auf einem Katapult wird meine Figur in das Kampfgeschehen katapultiert, gezielt wird per Kopfbewegung. Nun geht alles sehr schnell. Viel zu schnell. Nach knapp zwei Minuten wird mir speiübel. Um den VR-Truck auch weiterhin Besenrein zu halten, muss der Test an dieser Stelle abgebrochen werden.

Die Sony Mitarbeiter reagieren gelassen und bringen mich zu einem anderen Platz. Ich soll es mit einem weiteren Titel versuchen. Gespielt wird nun „London Heist“ aus der Sammlung VR-Worlds. Inklusive Motion-Controller, der meine Handbewegungen misst und ins Spiel überträgt, sitze ich in einem Auto auf dem Beifahrersitz und feuere auf Bösewichte. Tatsächlich: Bei diesem Titel bleibt die Übelkeit aus. Begeistert setze ich die Brille wieder ab.

Direkt neben mir sitzt Lena Feyen (23) aus Ostfriesland und spielt den eher schnelleren Titel „Battlezone“. Auftretende Übelkeit? Keine Spur! „Es hat mit sehr viel Spaß gemacht, das ist definitiv eine coole Erfahrung“, reagiert sie locker auf meine Nachfrage. Auch die Möglichkeit, das Ganze auf einem Festival zu testen, findet sie „total cool“ und fügt hinzu: „Sonst wäre ich nie dazu gekommen, das auszuprobieren.“

Das ist auch der Gedanke hinter dem Projekt. „Man gibt den Leuten die Möglichkeit, etwas Besonderes zu erleben“, sagt die Sony PlayStation Pressesprecherin. Für sie ist es immer wieder etwas Besonderes, zu sehen, „wie die Leute beim Abnehmen der VR-Brille reagieren“.

Das Feedback scheint allgemein also positiv zu sein. Nicht nur Lena, sondern viele weitere Besucher des VR-Trucks sind sichtlich begeistert. Ob ein Spiel nun Übelkeit auslöst oder nicht, scheint abhängig vom Spieler zu sein, und außerdem eine Sache der Gewöhnung. Meine Meinung: VR muss man ausprobiert haben – das Erlebnis ist schwer in Worte zu fassen. Bleibt nur zu hoffen, dass mein Magen die nächste Partie genau so gut wegsteckt wie Lenas.

> Sonys VR Brille soll ab dem 13. Oktober zu einem Preis von knapp 400 Euro erhältlich sein. Passend dazu sollen bis zum Jahresende etwa 50 Spiele mit VR Unterstützung für die Playstation 4 erscheinen. Auch Hersteller wie Facebook mit seiner Oculus Rift (etwa 599 Euro) oder Hersteller HTC mit seiner HTC Vive (etwa 699 Euro ) setzen auf VR.

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