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Erichsens Netzwelt : Apps zum Abgewöhnen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der routinierte Blick aufs Smartphone wird nicht hinterfragt. Doch was, wenn doch? Apps sollen uns das Abgewöhnen lehren.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 05:45 Uhr

Sie waren einmal so nützlich – all die Währungsrechner, Spritpreisvergleiche und Fahrplanauskünfte. Doch beobachtet man sich selbst und seine Mitmenschen so muss man sich eingestehen, dass die App der Wahl vorrangig dem einen Zweck dient: stumpfer Unterhaltung. Das programmierte Zeittotschlagen hat System. Spiele, Facebook, Whatsapp. Der Griff zum Smartphone folgt dabei schon lange keinem Bedürfnis mehr. Häufig artet der Blick auf die Uhrzeit in eine angeregte Messenger-Unterhaltung aus. Ursprüngliche Instinkte werden im 21. Jahrhundert um den Blick auf das Display erweitert.

„Besorgniserregend“, resümiert daher ein Freund, als ich in geselliger Runde scheinbar grundlos auf mein Handy schiele. Er habe ja nun eine App, um sich das Smartphone abzugewöhnen. „Moment“ hieße diese Anti-App, die für einen einmaligen Betrag von 4,49€ die Smartphone-Zeit für den Nutzer ohne Selbstkontrolle einschränkt – wie einst Mama. Für Android gibt es das Pendant „Menthal Balance“. Beide Apps verschreiben sich der „digitalen Diät“, halten ihren Konsumenten Dauer und Gewohnheiten der Smartphone-Nutzung ständig anklagend vor Augen. Doch warum brauchen wir ausgerechnet Apps gegen den App-Konsum? Ist das nicht paradox? Warum problematisieren wir den beiläufigen Blick auf das Telefon so sehr? Ein Selbstversuch: Für den Rest des Abends blieb das Smartphone bewusst in meiner Tasche. Hat geklappt – ganz ohne technische Überwachung.

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