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Streifzüge durchs Web : App-Zocke auf dem Smartphone

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Selbst Apples viel gelobter Appstore ist nicht vor Betrügern sicher: Durch vermeintliche Gratis-Programme entstehen Nutzern mitunter horrende Kosten.

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2011 | 09:47 Uhr

Hohe Kosten und Handys - das gehört schon seit den Anfängen des mobilen Telefonierens zusammen. Bei den schweren "Knochen" der 80iger Jahre waren es hauptsächlich die hohen Anschaffungskosten die zu Buche schlugen. 4000 Dollar musste man für ein Gerät hinblättern, um für etwa eine Stunde überall erreichbar zu sein - denn länger hielt der Akku damals nicht. Immerhin: Die Handy-Pioniere wussten worauf sie sich da eingelassen hatten.
Heute kann man sich nicht mehr sicher sein, was am Ende des Monats auf der Telefonrechnung steht. Berühmtes Beispiel ist Apples Iphone, mit seinem digitalen Einkaufsladen: dem Appstore. So manche App gibt es dort sogar kostenlos zum Runterladen. Doch das heißt nicht etwa, dass alles was da bunt über Touchscreen flimmert, auch keine Kosten verursacht. Im Gegenteil.
Pro Klick: drei Euro
Wenn man den Kater Talking Tom streichelt, schnurrt er sinnlich aus dem Handy-Lautsprecher. Er trinkt auf Kommando Milch und plappert alles mit entzückender Piepsstimme nach. Der virtuelle Kater ist eine der beliebtesten Apps die es für Apples Iphone und Handys mit dem Betriebsystem Android gibt. Und er birgt ein dunkles Geheimnis: Berührt der Nutzer die eingeblendete Werbung (In-App-Bannerwerbung), wird er durch die Uralt-Übertragungstechnologie WAP mit dem Seitenbetreiber verbunden. Im Hintergrund liest diese Seite dann die Geräte-Identifikationsnummer des Telefons und die Nummer der SIM-Karte aus. Mit diesen Informationen stellt der Betreiber eine Rechnung an den Mobilfunkbetreiber und damit an den Kunden aus. Pro Klick: drei Euro.
Noch teurer wird es bei Abonnements, die einem zum Beispiel täglich ein Bild oder ein Lied versprechen. Werden solche Werbe-Banner geklickt, schnappt die Falle zu. Meist ohne darüber zu informieren. Solche Verträge laufen über mehrere Monate und kosten bei einjähriger Laufzeit bis zu 260 Euro.
Häufig führen die Werbe-Schaltflächen auch zu teuren Premium-Nummern. Das kann den Nutzer, selbst bei einer Verbindung von wenigen Sekunden, bereits 30 Euro kosten.
Kinder sind meist die Opfer
"Oft sind es Kinder, die auf diese Programme reinfallen", erklärt Thomas Hagen von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Viele Beschwerden hat die Zentrale zwar noch nicht registriert, aber: "dennoch gehen wir davon aus, dass es eine Menge an Geschädigten im Land gibt.
Nach Informationen der Fachzeitschrift Computer-Bild haben die Betreiber der In-App-Banner ihren Firmensitz meist im Ausland. Das macht es besonders schwer, sein Geld zurück zu fordern. Der Tipp der Experten, damit es gar nicht erst zur Abzocke kommt: Im App-Store bei Apple oder im Android-Market sollte man unbedingt die Nutzer-Rezensionen lesen. Sie warnen davor, wenn es sich um betrügerische Software handelt. Bei Kindern gilt: haben sie das achte Lebensjahr noch nicht erreicht sind sie nicht geschäftsfähig und ihre Eltern haften nicht.

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