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Dreyklufts Netzwelt : AOK-Zuschuss für Apple-Watch? Mein Herz gehört mir!

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Die Krankenkassen wollen an meine Daten. Wohin das führt, zeigt das Beispiel Kfz-Versicherung, schreibt unser Kolumnist.

Eine Meldung macht die Runde: Die AOK Nordost bezuschusst Fitnesstracker, darunter auch die Apple Watch, mit bis zu 50 Euro.

Die Antwort auf die wichtigste Frage vorweg: Nur die AOK Nordost, auch tätig in Mecklenburg-Vorpommern, gibt den Zuschuss, keine in Schleswig-Holstein tätige gesetzliche Kasse, auch nicht die hiesige AOK. In SH könnte man sich allenfalls bei der privaten DKV versichern, um ein ähnliches Angebot zu erhalten.

Ich mache da nicht mit. Die Daten fließen im Fall der AOK direkt von der Uhr in  eine Datenbank (schauen Sie hier den Film über den Anbieter dacadoo), die im Auftrag der Kasse betrieben wird. Voraussetzung für die Förderung ist, dass das Gerät Herzfrequenz, Streckenlänge, Höhenmeter und Geschwindigkeit messen kann. Ich gehe davon aus, dass genau diese Daten auch gespeichert werden.

Und ich muss davon ausgehen, dass sie  auch irgendwann genutzt werden. Dann wird es heißen, dass diejenigen, die die Uhr tragen, einen günstigeren Beitrag bekommen. Oder anders herum: Dass diejenigen, die sich  verweigern, mehr bezahlen. Warum ich das glaube? Weil es in der Kfz-Versicherung ab kommendem Jahr günstigere Tarife gibt, wenn man eine kleine Kiste einbauen lässt, die das Fahrverhalten aufzeichnet. (Darüber berichtet hier der Versicherungs-Fachjournalist Herbert Fromme auf sueddeutsche.de.)

Eine Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom ergab 2014, dass nur elf Prozent der in Frage kommenden Autohalter einen solchen Tarif aus Datenschutzgründen ablehnen. Viel mehr, 41 Prozent, lehnen ihn ab, weil sie das Prozedere für zu umständlich halten.

Und hier kommt die Apple Watch ins Spiel: Wenn ich die Uhr ohnehin von morgens bis abends trage, ist es nicht mehr umständlich.

Ich selbst treibe Sport. Ich trage eine Uhr, die eine Reihe von Daten erhebt, unter anderem meine Herzfrequenz. Die kommen mir nicht ins Internet. Ich trage sie im Wettkampf rechts mit Display nach innen, damit meine Kontrahenten sie nicht lesen können. Mit meiner Krankenversicherung halte ich es genauso.

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erstellt am 05.Aug.2015 | 16:23 Uhr

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