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Dreyklufts Netzwelt : Anonym surfen mit dem Tor-Netzwerk

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Wer im Netz unentdeckt bleiben will, kann Tor-Browser und -Apps nutzen. Doch die Sicherheit hat einen Nachteil.

Privatsphäre im Internet bedeutet, dass niemand meine Inhalte lesen darf, dem ich das nicht erlaubt habe. Dabei hilft Verschlüsselung. Anonymität bedeutet aber auch, dass niemand weiß, welche Websites ich besuche – weder der Anbieter, noch mein Provider. Letzterer wäre der Angriffspunkt für Späher, seien es staatliche Behörden, sei es die NSA oder der britsche GCHQ. Beide Geheimdienste betreiben bekanntermaßen Wirtschaftsspionage. Staatliche Stellen könnten sich etwa dafür interessieren, wer aus ihren Reihen mit Journalisten kommuniziert, um Informanten zu enttarnen.

Die beste Möglichkeit einer vertraulichen Verbindung bietet Tor. Das funktioniert so: Tor baut eine verschlüsselte Verbindung über mehrere Server auf. Bei jedem Serverwechsel wird die IP (Internet-Protokoll)-Adresse gewechselt, durch die ich identfizierbar wäre. Bei mindestens drei Servern weiß der letzte nicht mehr die Adresse des ersten. Alle paar Minuten wechselt dann die Verbindung.

Gerät Software erhältlich Kosten
PC (Windows, Mac, Linux) Tor-Browser Bundle hier kostenlos
iPhone oder iPad Onion Browser hier 99 Cent
Android Phone oder Tablet Orbot mit Orweb hier und hier kostenlos

Für PCs  gibt es das „Tor-Browser-Bundle“ (kostenlos), für iOS den „Onion-Browser“ (99 Cent), für Android „Orbot“ und den dazugehörigen Browser „Orweb“. Bei Android lässt sich der komplette Datenverkehr über Tor leiten und nicht nur der des Browsers.

Ob man über Tor surft, lässt sich leicht testen durch den Aufruf der Internetadresse check.torproject.com.

Klingt gut. Warum lässt man dann nicht Internetverkehr standardmäßig über Tor laufen? Ganz einfach: Tor macht das Internet sehr sehr langsam. Und: mit Tor kein Flash.

Tor ist nicht zu 100 Prozent sicher. Im Internet lassen sich eine Reihe mehr oder weniger theoretischer Szenarien finden (etwa im Wikipedia-Artikel), unter denen das Netzwerk knackbar wäre. Die größte Unsicherheit aber ist der Mensch: Wer sich über eine Tor-Verbindung identifizierbar macht, indem er sich etwa bei Facebook,Twitter oder Xing anmeldet, ist selbst schuld.

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erstellt am 01.Sep.2015 | 17:23 Uhr

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