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Voss’ Netzwelt : Angst vor Big Data: Wer nicht mitmacht, verpasst was

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Big Data bestimmt die Diskussionen über die digitale Entwicklung. Wer aber Angst vor Daten hat, verpasst das Beste der digitalen Welt.

Ist die Stadt für das Auto oder für den Menschen da? Klar – natürlich ist die Stadt für die Menschen da. In den 1960er Jahren sah das noch anders aus, die vom Krieg zerstörten Innenstädte sahen Stadtplaner als Chance für die moderne Stadt der Zukunft: die autogerechte Stadt. Städte wie Hannover, Köln und Kassel. Dort fährt niemand hin, um sich Postkarten von den Brücken der Stadtautobahn zu kaufen. Zwar hat auch das Lübecker Holstentor einst als profanes Stadttor angefangen. Ob so eine moderne Brücke aber überhaupt lange genug hält, um Wahrzeichen zu werden, ist eher fraglich. Heute ist jede Stadt froh, die nicht zu sehr auf den Autotrend gesetzt hat. Denn wo das Auto Vorrang hat, fühlen sich Menschen meist nicht wohl.

Im Internet sehen wir, wie sich die Geschichte wiederholt: Unter dem Schlagwort „Big Data“ sehen wir dabei zu, wie große Unternehmen das datengerechte Internet bauen. Der Mensch wird zur Nummer.

Wir sehen aber auch Menschen, die sehr skeptisch bei allem sind, was digital ist. Autofrei aber sind bei uns nur einige ostfriesische Inseln. So ein Auto ist schlicht praktisch. Es geht also nicht um die Fragen, ob wir Big Data wollen oder nicht. Es geht darum, wie viele gesammelte Daten wir wollen und was wer damit tun darf. Angst ist dabei kein guter Ratgeber. Wer Angst vor Autos hat, verpasst das Beste in der Stadt. Wer Angst vor Daten hat, verpasst das Beste der digitalen Welt.

Ich selbst habe kein Auto, ich bin Kunde bei einem Carsharing-Unternehmen. Für mich ist das ein guter Kompromiss: Kein eigenes Auto, das die Straße vollsteht. Wenn ich aber mal ein Auto brauche, kann ich mir eines leihen. Ich denke, so ein pragmatischer Umgang mit Mobilität könnte auch eine Richtschnur für den Umgang mit Daten sein: Ein Anfang wäre es dann, nicht jede blinkende App zu installieren, sondern nur die, die man wirklich braucht.

> Steffen Voß ist Blogger aus Kiel.

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