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Fligges Netzwelt zum Thema ICQ : „Ah-Oh“: Ist da noch jemand online?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Messenger-Dienst ICQ erlebt in diesen Tagen eine wohl vergebliche Wiedergeburt.

von
erstellt am 24.Mär.2016 | 07:40 Uhr

Flensburg | Ist das nicht schön!? Pünktlich zu Ostern gibt es auch in der Softwarewelt eine Art Wiederauferstehung. Der Messenger-Dienst ICQ kündigt sein Comeback an – mit neuen Funktionen und jetzt auch für Smartphones. Die Website „Wunderweib“ („wunderbar weiblich“) fragt gar: „Ist das das Ende von WhatsApp?“ Das kann schon sein. Zumindest wenn man an den Osterhasen glaubt. Und ganz richtig ist die ganze Medienwelle auch nicht. Denn ICQ war nie weg. Es befand sich nur in einem siechenden Niedergang.

Das sah Anfang 2000 noch ganz anders aus. Mehr als 100 Millionen Nutzer hatte der damals „hippe“ Messenger-Service. Ich war einer davon. Bei jeder Nachricht erklang das typische „Ah-Oh“ aus den Lautsprechern meines PCs. Die meist achtstellige ICQ-Nummer konnte man – anders als heute die eigene IBAN – auswendig. Das einst von einem israelischen Start-up ins Leben gerufene Tool wurde zuerst für 407 Millionen US-Dollar an America Online (AOL) und 2010 schließlich an die russische Mail.ru Group (187 Millionen US-Dollar) verkauft.

Heute freue ich mich, wenn irgendein Nostalgiker den „Ah-Oh“-Ton für seine WhatsApp-Nachrichten eingestellt hat. Ich freue mich auch, wenn ich im Radio mal wieder „It’s My Life“ von Dr. Alban höre. Die neue Single habe ich mir letztes Jahr trotzdem nicht gekauft. ICQ hat mich während meiner ersten Jahre im Internet begleitet. Da kann man schon einmal emotional werden. Das mobile Internet hat der Dienst leider vollkommen verschlafen. Bei der Neuauflage bleibt darum nur eine Frage: Wozu?

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