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Studie : AGB werden im Internet kaum gelesen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Kleingedruckte in Verträgen wird häufig ignoriert – insbesondere im Online-Handel. Dabei werden in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Vertragsdetails geregelt, die auch dem Schutz der Verbraucher dienen sollen.

Berlin | Das Einkaufen im Netz gehört für viele Menschen zum Alltag, doch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen werden dabei kaum zu Kenntnis genommen. Über die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland akzeptiere die AGB immer oder meistens völlig ungelesen, ergab eine repräsentative Studie der Marktforschung TNS Emnid im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv).

Dabei halten nur zwölf Prozent der Befragten das Kleingedruckte für unwichtig. Die meisten Nutzer (72 Prozent) gaben als Grund für das Ignorieren die Länge oder Komplexität der AGB an. 53 Prozent der Befragten stimmen den Studienergebnissen zufolge bei der Installation einer App oder beim Einkauf immer oder meistens den AGB zu, 27 Prozent sogar „immer“ oder „fast immer“ – ohne sie gelesen zu haben. Immerhin „gelegentlich“ werden die Geschäftsbedingungen von 16 Prozent der Internetnutzer gelesen. Je jünger die Nutzer seien, umso mehr neigten sie dazu, die AGB zu ignorieren, hieß es.

Dabei sei es wichtig, die AGB zu kennen, mahnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Zusätzlich zu den individuellen Absprachen könne der Händler im Kleingedruckten des Kaufvertrags weitere Regelungen festlegen. Dies gelte jedoch nur dann als „wirksam vereinbart“, wenn der Kunde bei Vertragsabschluss ausdrücklich auf die Bedingungen hingewiesen wurde und er Gelegenheit hatte, sie zur Kenntnis zu nehmen. Außerdem muss er dem Kleingedruckten zugestimmt haben – im Netz ist das Häkchen zum Einverständnis schnell gesetzt.

Auch zum Thema bargeldloses Bezahlen befragte das Marktforschungsinstitut die Bürger. Demnach nutzt fast jeder mindestens eine Art von bargeldlosem System – die EC-Karte mit eingerechnet. Fast allen (98 Prozent) sind dabei die Sicherheit des Datenverkehrs und der Schutz der persönlichen Daten besonders wichtig. Hier sehen drei Viertel allerdings auch die größten Defizite. Zu Datenschutz und Sicherheit sehen jeweils 40 Prozent „sehr großen Verbesserungsbedarf“.

An Zahlungsdienstleistungen etwa von Google oder Apple hätten der Studie zufolge lediglich 23 Prozent der Befragten Interesse. Drei von vier Bürgern würden demnach Dienstleistungen wie Apple Pay nicht in Anspruch nehmen, die Hälfte der Befragten sogar ganz bestimmt nicht.

Noch immer ein Fünftel der Menschen ab 18 Jahren nutzt in Deutschland das Internet weder beruflich noch privat. Im Schnitt werden zwei verschiedene Geräte genutzt. Der Laptop (61 Prozent) liegt demnach noch vor dem Smartphone (54 Prozent) und dem stationären Computer (48 Prozent). Dabei ermittelte TNS Emnid einen deutlichen Unterschied in den Altersgruppen. Demnach gehen drei Viertel der Nutzer unter 40 Jahren mit dem Smartphone ins Netz, ab der 50 Jahre-Grenze tun das nur noch etwa drei von zehn.

Für die repräsentative Studie befragte TNS Emnid im Oktober telefonisch 1000 Menschen aus der deutschsprachigen Bevölkerung ab 18 Jahren in Privathaushalten.

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