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Maas’ Netzwelt : Adblocker und der Krieg der Riesen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit seiner App „Peace“ fühlte sich Entwickler Marco Arment mitten im Krieg. Und zog richtige Konsequenzen.

von
erstellt am 21.Sep.2015 | 18:50 Uhr

Hier ein Pop-Up-Fenster, dort ein Videoclip: Online-Werbung nervt. Sie sorgt allerdings oft dafür, dass Information, Unterhaltung und Service überhaupt entstehen können. Das Dilemma ist nicht neu, hat aber in der letzten Woche an Terrain gewonnen – bei iPhones.

Das ist passiert: Mit dem Update auf iOS 9 gab es im Appstore erstmals auch Adblocker-Apps. Die App „Peace“ schaffte es an die Spitze der Download-Charts. Einzelne Webseiten reagierten – zum Beispiel das US-Technik-Portal Cnet, das seine Videos für Besucher, die im Safari-Browser mit Adblocker surften, sperrte. Dann zog „Peace“-Gründer Marco Arment seine App bei iTunes zurück. Die Begründung: Es fühle sich nicht gut an. Das Adblocker-Geschäft sei eine Art „Krieg“, und dafür sei er nicht geeignet. Richtig so.

Der angesprochene Krieg herrscht zwischen Apple und Google: Dass Apple Adblocker bei iOS 9 ermöglicht, werten viele als Angriff auf Googles Haupteinnahmequelle – Online-Werbung. Ohnehin zeigt das Filter-Geschäft groteske Züge, nicht nur auf iPhones: Denn Google, Microsoft oder Amazon werden oft von der Blockade ausgeschlossen – natürlich gegen Bezahlung. Selbst Adblocker finanzieren sich also durch Werbung. Und nur die Kleinen bleiben wirklich draußen.

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