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Christiansens Netzwelt : Achtung: Sarkasmus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

US-Forscher arbeiten an einem Algorithmus, der die Stimmung in Texten erkennen soll.

von
erstellt am 27.Jan.2016 | 19:05 Uhr

Ist das ernst gemeint? Oder Sarkasmus? Es gibt Menschen in meinem Leben, bei denen mir das auch bei geschriebenen Texten völlig klar ist. Beim Lesen von SMS&Co. höre ich sie in meinem Kopf die Zeilen quasi vorlesen – inklusive passender Betonung. Diese Menschen kenne ich seit Jahren. Und wir ticken ähnlich. Da braucht es kein mitgesendetes Smiley, um die Nachricht richtig zu deuten.

Dabei können Textnachrichten genauso aber Gift für eigentlich funktionierende zwischenmenschliche Beziehungen sein. Oder für ein harmonisches Miteinander in sozialen Medien. Ein Beispiel: Auf die Meldung „Immer mehr Menschen setzen auf Bio-Streusalz“ empörte sich ein Nutzer: „Was für ein Schwachsinn , manche Leute wissen nicht wie das Salz , unter welchen Umständen abgebaut und transportiert wird, nur um euren öckowahn zu verwirklichen.“ Das Ganze trug sich auf Facebook zu. Auf der Fan-Seite des Satiremagazins „Der Postillon“.

Glutenfrei, bio, aus artgerechter Haltung.(Archiv)

Posted by Der Postillon on  Donnerstag, 21. Januar 2016

Dass die Macher es mit den Meldungen eigentlich nie bierernst meinen, hat sich zwar weitgehend herumgesprochen. Für alle, die dies noch nicht mitbekommen haben, es mit Leuten zu tun haben, die sie kaum kennen, oder regelmäßig auf Sarkasmus hereinfallen, gibt es vielleicht bald eine Lösung: Forscher arbeiten an einem Algorithmus, der als Übersetzer dienen könnte.

Lernfeld ist der Kurznachrichtendienst Twitter. Zwei US-amerikanische Forscher wollen das Programm so trainieren, dass es die Stimmung des Textes erkennt. Ganz ohne Kontext funktioniert das aber auch bei Computern nicht: Um welches Thema geht es? Was weiß man über den Autor? Genutzt als Lehrmaterial werden Tweets, die mit dem Hashtag #sarcasm gekennzeichnet sind. So gehen Nutzer bislang auf Nummer sicher, richtig verstanden zu werden. Vielleicht verschont der Algorithmus uns irgendwann vor gefährlichen Missverständnissen via SMS oder nervigen Endlos-Streits in sozialen Netzwerken.

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