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Henckes Netzwelt : Achtung, Brillen-Spione!

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Snapchat startet den Online-Verkauf seiner Videobrille „Spectacles“. Ein Produkt für Mitteilungsbedürftige.

Es dürfte spätestens im Frühling so weit sein, dass auch in Deutschland die ersten Snapchat-Nutzer mit der neuen Videobrille „Spectacles“ rumlaufen. Nachdem das Gadget für den Video-Instant-Messenger lange kaum zu haben war, kann man es in den USA jetzt regulär bestellen.

Die Brille ermöglicht es, Videos mit einer Länge von zehn Sekunden aufzunehmen und automatisch online zu stellen. Per Knopfdruck startet man das Video, per Bluetooth landet es auf dem Smartphone und im Netz. Videos werden mit einem runden Extremweitwinkel aufgezeichnet. Eine kleine Kamera im Rahmen der Brille ermöglicht die Ich-Perspektive. Der Clip lässt sich am Ende im Hoch- und Querformat ansehen. Der Vorteil: Man muss kein Smartphone mehr in der Hand halten. Das ermöglicht beispielsweise bei diversen Sportarten tolle Aufnahmen. Für Tester von „Spiegel Online“ ist die Brille wie der „Stream des eigenen Bewusstseins“. Das klingt alles toll und zukunftsweisend – trotzdem kann man über den Sinn dieses Gadgets streiten. Nicht nur ist die optisch wenig ansprechende Brille ziemlich teuer (130 Dollar), sie funktioniert auch nur mit der Snapchat-App.

Abgesehen von den Datenschutz-Bedenken steht auch die Gefahr des Missbrauchs im Raum. Das größte Problem: Verspiegelte Gläser, ein kurzer Knopfdruck und die Aufnahme ist aktiviert. Egal ob in Geschäften, auf der Straße oder am Strand: So lassen sich fast unbemerkt Videos drehen. Später landen die Aufnahmen im Internet. Ein rechtliches Problem. Jeder sollte sich die „Spectacles“ einprägen. So lassen sich die Brillen-Spione leicht enttarnen.

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erstellt am 23.Feb.2017 | 15:18 Uhr

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