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Trügerische Apps : Abzocke mit gekauften Bewertungen

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Nicht alle Apps mit Top-Bewertungen sind auch Top. Doch wie können Sie sich gegen die Anbieter solcher Abzocke-Apps wehren? Hier gibt es Antworten.

Mehr Fernsehkanäle gegen eine Top-Bewertung – so verschaukelten zahlreiche kostenpflichtige TV-Apps in der Vergangenheit iPhone- und iPad-Nutzer. Denn mehr als das, was Gratis-Apps für das Videostreaming ohnehin bieten, leisteten die Miniprogramme nicht. Für die App-Anbieter ein gutes Geschäft – sie standen mit ihren Programmen vorübergehend ganz oben in den Verkaufscharts. Für die Verbraucher allerdings herausgeworfenes Geld.

Doch gegen die Anbieter solch trügerischer Apps kann man sich wehren. Wurde eine beschriebene Leistung des Miniprogramms nicht eingehalten, kann man nach Ansicht der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sein Geld zurückverlangen. Damit nicht andere Nutzer auf die Masche „Extrafunktionen gegen Top-Bewertung“ hereinfallen, ist es zudem ratsam, den Betreiber des jeweiligen Einkaufsladens aufzuklären.

Apps lassen sich auch zurückgeben: Bei Einkäufen in Apples App Store klicken Verbraucher hierzu auf den Bereich „Problem melden“, der sich in der E-Mail-Rechnung für das Miniprogramm befindet. Eine andere Möglichkeit, den Betreiber auf den Schwindel hinzuweisen, bietet sich für Apple-Nutzer über den eigenen Account in iTunes an. Wer sich in der Software mit seiner Apple-ID anmeldet, kann sich eine Einkaufsstatistik anzeigen lassen, ein Problem mit Einkäufen melden und eine App auch zurückgeben.

Google bietet unter dem Play Store für Android ebenfalls eine Möglichkeit an, sich zu beschweren, wenn eine App nicht den Erwartungen entspricht. In der Google Play Store-App steht hierfür der Bereich „Als unangemessen melden“ auf der Detailseite einer App zur Verfügung. Wer eine App zurückgeben möchte, kann dies innerhalb von 15 Minuten nach dem Kauf unter „Erstatten“ auf der Einzelseite des Miniprogramms erledigen. Ist die Frist verstrichen, greifen Android-Nutzer im Play Store auf die Einkaufshistorie unter „Einstellungen“ und „Meine Bestellungen“ zurück und klicken nach Auswahl der zu beanstandenden App auf „Problem melden“ und „Ich möchte eine Erstattung beantragen“. Das Geld wird sowohl von Google als auch Apple automatisch zurückgezahlt.

Vergessen sollten getäuschte Verbraucher nicht, die jeweilige App noch einmal zu bewerten. Eine Korrektur ist kein Problem. Auf Apple-Geräten wählt man hierfür den bereits gekauften Artikel in iTunes oder im App Store, klickt auf den Bereich Rezensionen und bewertet das Programm neu. Unter Android gibt es nach Anmeldung im Einkaufsladen unter der jeweiligen App einen Eintrag mit der eigenen Bewertung, den man korrigieren kann. So verhindern Verbraucher zumindest, dass weitere Nutzer auf die Abzocke in Form von guten Bewertungen hereinfallen.

Das ist wichtig, denn ein Gütekriterium beim Einkauf im Internet ist die Meinung anderer. Eine Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom ergab, dass jeder zweite Nutzer vor einem Kauf Online-Bewertungen liest. Als Kunde ist des deshalb auch wichtig, falsche von echten Bewertungen zu unterscheiden. Das ist häufig schwer, denn die Rezensionen stammen bisweilen von Profis, die von den Anbietern des jeweiligen Produkts beauftragt wurden. Hinweise wie Werbesprache, ein ähnlicher Schreibstil in mehreren Bewertungen oder viele Rezensionen eines Kunden zu Apps eines bestimmten Unternehmens helfen bei der Entdeckung einer Fälschung. Am wichtigsten ist aber, sich nicht allein auf Bewertungen als einziges Kaufkriterium zu verlassen: Auch Testberichte im Internet können bei der Entscheidungshilfe für oder gegen eine App helfen.

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erstellt am 04.Aug.2014 | 18:19 Uhr

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