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Maas’ Netzwelt : Abschied von Nokia

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Einst war sie Kult, jetzt hat die Marke Nokia ausgedient. Was bleibt, ist Nostalgie.

Die Marke Nokia stirbt. Langsam. Dass der neue Nokia-Besitzer Microsoft die Smartphones künfig unter dem Namen „Microsoft Lumia“ verkaufen will, sollte mindestens eine Gedenkminute wert sein. Denn als es bei Mobiltelefonen noch nicht ums Internet ging, sondern ums Telefonieren, um SMS und um blecherne Klingeltöne, waren die Handys aus Finnland Kult. Oft zweifarbig, ein bisschen klobig und vergleichsweise robust – so eroberte Nokia den Markt. Bald dürfte die Marke vollends Geschichte sein.

Das Nokia 1100 ist mit 200 Millionen Stück immer noch das meistverkaufte Mobiltelefon der Welt. Der Erfolg des Spiels „Snake“ ist unvergessen: Um die Jahrtausendwende fraß sich eine pixelige Schlange ihren Weg über Tausende von Handy-Displays. Und das Nokia 6630 war 2004 das erste Handy, das im UMTS-Netz surfen konnte. Doch dann, als die Smartphones den Mobilfunkmarkt revolutionierten, verpasste man in Finnland irgendwie den Anschluss.

Nokia und Microsoft – zwei Schlafmützen taten sich vor drei Jahren zusammen, als Apple und Google mit Smartphones, Tablets und Betriebssystemen längst viel Geld gemacht hatten. Seit 2011 steckt in Nokia-Smartphones das Betriebssystem Microsoft Phone. Zwei Jahre später verkaufte Nokia seine Geräte- und Dienstleistungssparte an Microsoft. Im April erwarb Microsoft schließlich die Mobilfunksparte für 7,2 Milliarden Dollar komplett.

Bei aller nostalgischer Trauer um die Marke und um die 18.000 Jobs, die vor allem bei ehemaligen Nokia-Bereichen bei Microsoft wegfallen werden: Das Geschäft hat sich offenbar gelohnt. Microsoft verkaufte im vergangenen Quartal 9,3 Millionen Smartphones, so viele wie noch nie. Der Umsatz sprang im Jahresvergleich um ein Viertel auf 23,2 Milliarden Dollar an. Und auch dem Nokia-Konzern geht es ohne die Handy-Sparte wirtschaftlich besser. Dort konzentriert man sich jetzt auf Telekommunikationsnetze – ganz ohne „Snake“.

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erstellt am 28.Okt.2014 | 09:27 Uhr

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