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Dreyklufts Netzwelt : Abhören: Die USA ticken anders

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wir reden über Google und Facebook. Die USA reden über die NSA. Das ist gut so.

von
erstellt am 02.Jun.2015 | 17:00 Uhr

In der Wahrnehmung von Überwachung gibt es zwischen Deutschland und den USA einen auffälligen Unterschied. Wir in Deutschland fürchten uns vor Konzernen, vornehmlich Facebook und Google. Im hiesigen Meinungs-Mainstream werden die US-Unternehmen als eine Inkarnation des Bösen gesehen. Staatliche Überwachung hat dagegen bei uns keinen besonders schlechten Ruf. Die Empörung angesichts der kommenden Vorratsdatenspeicherung hält sich in Grenzen.

Sorgte für den zwischenzeitlichen Stopp der Telefonüberwachung in den USA: Senator Rand Paul von den Republikanern.
Sorgte für den zwischenzeitlichen Stopp der Telefonüberwachung in den USA: Senator Rand Paul von den Republikanern. Foto: dpa/Jim Lo Scalzo

Anders in den USA. Datensammeln von Privatkonzernen sorgt beim Durchschnitts-Amerikaner für einen Gleichmut, der mich erschaudern lässt. Stattdessen rückt nun aber die staatliche Datensammelwut in das Bewusstsein des aufgeklärten Teils der US-Bevölkerung. Ausgerechnet konservative Republikaner haben im Senat dafür gesorgt, dass die NSA zwischenzeitlich nicht mehr alle Telefone überwachen darf. Im Mittelpunkt, und das ist gut, steht dabei die Frage: Sind wir bereit, Freiheit zu opfern im Tausch gegen mehr (gefühlte) Sicherheit?

Auch wenn ich mich mit dem hiesigen Datenschutz sehr viel wohler fühle: Ich finde es beeindruckend, wie die wirklich wichtige Diskussion in den USA an Fahrt gewonnen hat: die über staatliche Überwachung.
 

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