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Fligges Netzwelt : Aberglaube kann helfen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Von Horoskopen und ineffizienter Anti-Viren-Software: Symantec kapituliert vor Cyber-Kriminalität.

Eigentlich bin ich alles andere als abergläubisch. Trotzdem lasse ich mich häufiger dazu hinreißen, mein Tageshoroskop zu lesen. Es ist einfach angenehm zu sehen, dass die Sterne der Meinung sind, mein Verstand würde wachsen. Dass ich gewissenhaft wäre oder mir mal einen ruhigen Urlaub gönnen sollte. Wenn die Sterne das so sehen, wird es wohl auch so sein. Sie haben ja einen ganz guten Überblick.

Gestern lautete mein Horoskop als Wassermann: „Eine Niederlage ist für Sie kein Grund, sich von Ihren Zielen abhalten zu lassen. Je größer der Widerstand, desto mehr packt Sie Ihr großer Ehrgeiz.“ Eine schöne universelle Empfehlung. Gestern habe ich mich dann auch gefragt, ob Brian Dye vielleicht Wassermann ist. Er verbreitet nämlich den an Nietzsche erinnernden Satz: „Antivirensoftware ist tot.“ Das hat mich ziemlich geschockt, denn mein Schutzprogramm hatte ich erst ein paar Tage zuvor auf die Suche nach Krankheiten meines PCs geschickt. Aber Dye muss es wissen. Er ist der Vize-Chef von Symantec.

Das US-Unternehmen ist ein Vorreiter in der Branche der IT-Sicherheit. Die Amerikaner brachten vor 25 Jahren den ersten kommerziellen Virenschutz auf den Markt: Norton AntiVirus. Heute müssen sich die Entwickler eingestehen: Nur 45 Prozent aller Cyber-Angriffe werden von der Software erkannt. Der Schutz ist damit furchtbar ineffizient. Symantec merkt das an sinkenden Umsätzen und will sich deshalb nicht mehr auf den Bereich Prävention, sondern auf den Bereich Schadensbegrenzung konzentrieren. Ausgerechnet Symantec kapituliert nun anscheinend gegen Internetkriminelle. Ich kann da nur hoffen, dass der eine oder andere Entwickler wie ich ein Wassermann ist.

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erstellt am 07.Mai.2014 | 20:05 Uhr

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