Prognosen für die Zukunft : Generation 2022: In was für einer Welt Deine Kinder einmal leben werden

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Der Klimawandel und die Energiewende werden eins großes Thema im Leben des 2022er Jahrgangs. Und vielleicht auch die Reise auf entfernte Planeten?

Wie leben Kinder, die heute geboren werden, in der Zukunft einmal? Wie arbeiten sie? Was essen sie? Und mit welchen Problemen müssen sie klar kommen? Es gibt bereits jetzt einige Zukunftsprognosen, die uns einen Blick in die Glaskugel werfen lassen.

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21. Januar 2022, 08:35 Uhr

In diesem Artikel erfährst Du:

  • Welche Auswirkungen der Klimawandel auf ein heute geborenes Kind haben wird.
  • Warum der klassische 9-to-5-Job wohl nicht mehr zum Alltag der Generation 2022 gehören wird.
  • Ob unsere Kinder vielleicht schon gar nicht mehr auf der Erde leben, sondern stattdessen das Weltall besiedeln.

Wenn unsere Eltern uns von ihrer Kindheit erzählen, dann klingt das nach einer Geschichte aus einer längst vergangenen Zeit - keine Smartphones, kein Internet und keiner machte sich ernsthaft Sorgen um das Klima. In den letzten paar Jahrzehnten veränderte sich die Welt so rasant wie kaum jemals zuvor - und dabei spielte der technische Fortschritt eine große Rolle. Unseren Kindern wird es einmal ähnlich gehen. Aber wie sieht das Leben für den Jahrgang 2022 aus? Hat wer heute geboren wird, einmal rosige Zeiten vor sich? Damit rechnen die meisten Europäer mittlerweile nicht mehr. Ein Großteil der künftigen Eltern geht davon aus, dass es ihren Kindern eher nicht besser gehen wird als ihnen selbst. So die Ergebnisse einer Umfrage des Europäischen Rates.

Experten, Wissenschaftler und Politiker haben Prognosen aufgestellt, wie sich die Welt in Zukunft verändern könnte. Wenn man ihren Plänen und Erwartungen Glauben schenken darf, könnten unsere Kinder zukünftig in einer Welt leben, die in etwa so aussieht:

Klima

Der Klimawandel und dessen Folgen werden eines der bestimmenden Themen im Leben der Generation 2022 sein. Ein heute geborenes Kind wird in seinem Leben aufgrund des Klimawandels im Schnitt viel mehr Extremwetter erleben als ein 1960 geborener Erdenbürger durchmachen muss: In seine Lebenszeit werden laut einer Prognose doppelt so viele Waldbrände, drei Mal so viele Überschwemmungen und Ernteausfälle sowie sieben Mal so viele Hitzewellen fallen – in einem Szenario, in dem die Länder ihre derzeitigen Strategien zur Reduzierung von Treibhausgasen beibehalten. Das geht aus einer Studie eines internationalen Wissenschaftlerteams hervor, die Ende vergangenen Jahres in der Fachzeitschrift „Science” veröffentlicht wurde.

Kinder von heute werden in Zukunft deutlich häufiger mit Extremwetter zu kämpfen haben, sagen Studien.
dpa/Frey

Kinder von heute werden in Zukunft deutlich häufiger mit Extremwetter zu kämpfen haben, sagen Studien.

Ein Beispiel: Eine 1960 geborene Person erlebt der Rechnung zufolge im Schnitt etwa zwei bis sechs Hitzewellen. In die Lebenszeit eines 2020 geborenes Kindes fallen dagegen durchschnittlich 10 bis 26 Hitzewellen, wenn der globale Temperaturanstieg auf 1,5 Grad begrenzt wird. 15 bis 29 Hitzewellen sind es bei einem Anstieg von 2,0 Grad – und 21 bis 39 Hitzewellen, wenn die derzeitigen Klimastrategien der Regierungen beibehalten werden.

Im Nahen Osten und in Nordafrika drohen lebensbedrohliche Hitzewellen.
imago images/YAY Images

Im Nahen Osten und in Nordafrika drohen lebensbedrohliche Hitzewellen.

Besonders stark wird die Erderwärmung den Nahen Osten und Nordafrika treffen, vermutet Klimaforschers Jos Lelieveld. Und das löse unausweichlich neue Flüchtlingsströme aus.

Die Ergebnisse zeigten eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit der jungen Generationen und legten drastische Emissionsreduzierungen nahe.

Energie

Und wie lässt sich dieses Katastrophen-Szenario noch verhindern? Ein Schwerpunkt muss auf dem Energiewandel liegen. Und so wird ein Kind, das heute auf die Welt kommt, vermutlich acht Jahre alt sein, wenn Deutschland aus der Kohleenergie aussteigt. Die Ampel-Regierung in Berlin will den Ausstieg nämlich vorziehen, laut ihrem Koalitionsvertrag „idealerweise” bis 2030. Der genaue Weg dahin ist noch nicht bekannt. Und danach? Kanzler Scholz gibt sich zuversichtlich, dass die Umstellung der Energieversorgung auf klimafreundlichere Alternativen gelingt. Deutschland müsse die Produktion erneuerbaren Stroms bis 2030 mehr als verdoppeln. Bis dahin sollen 80 Prozent des Strombedarf aus erneuerbaren Quellen bestritten werden.

In acht Jahren schon soll in Deutschland der Abbau und die Verfeuerung von Kohle Geschichte sein.
dpa/Berg

In acht Jahren schon soll in Deutschland der Abbau und die Verfeuerung von Kohle Geschichte sein.

Bis 2045 müsse Deutschland klimaneutral sein, so Scholz. Das heißt, wenn ein heute geborenes Kind seinen 23. Geburtstag feiert, trägt das Land durch schädliche Emissionen nichts mehr zur Erderwärmung bei.

Politik

Wahlausgänge und politisches Handeln lassen sich heute so schlecht voraussagen wie selten zuvor - das haben die vergangenen Jahre gezeigt. Denn wer hätte vor zehn Jahren damit gerechnet, dass ein US-Präsident zum Sturm auf das Kapitol ruft? Wer hätte im Juni 2016 damit gerechnet, dass eine Mehrheit der Briten dafür stimmen würde, dass das Vereinigte Königreich die EU verlässt? Und wer hätte im vergangenen Frühjahr damit gerechnet, dass die SPD den nächsten Kanzler stellt?

In der französischen Politikdebatte gibt es für diese neuen absurden Formen des politischen Geschehens einen Schlüsselbegriff: Konfusionismus. Er meint einen bizarren politischen Orientierungsverlust. Wahlprognosen werden immer wertloser, Parteiprogramme immer beliebiger, Lagerdenken immer aggressiver – und gleichzeitig bedeutungsloser, wie das Zukunftsinstitut mit Sitz in Frankfurt feststellt:

Dieser Trend wird laut den Zukunftsforschern auch die kommenden Jahre prägen.

Wer heute geboren wird, hat wahrscheinlich noch 19 Jahre Zeit, bis er das erste mal den Bundestag wählt.
dpa/Weihrauch

Wer heute geboren wird, hat wahrscheinlich noch 19 Jahre Zeit, bis er das erste mal den Bundestag wählt.

Bis zu seiner ersten Wahlentscheidung bei einer Bundestagswahl hat ein heute geborenes Kind allerdings noch etwas Zeit. Sollten alle kommenden Amtszeiten standesgemäß erfüllt werden, so würde jenes Kind erst bei der Bundestagswahl 2041 seine Stimme abgeben dürfen. Bei der Wahl im Jahr 2037 wäre es noch zu jung - selbst, wenn die Ampel ihre Pläne, das Wahlalter auf 16 zu senken, umsetzt.

Schule

Wer sein Kind heute zur Welt bringt, kann sich den Termin für die Einschulung im Sommer 2028 schon einmal im Kalender festhalten. Die Abi-Feier folgt dann frühestens 2040. Doch der Unterricht könnte für die Kinder ein anderer werden. Bücher im Ranzen zur Schule schleppen - das war einmal, sagt man vielleicht 2035. Das Lernmaterial ist dann nämlich digital.

Die Schule der Zukunft baut auf Digitalisierung des Unterrichts.
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Die Schule der Zukunft baut auf Digitalisierung des Unterrichts.

Und ob die Schüler überhaut noch physisch die Schulbank drücken? So klar ist das nicht. Rund um den Globus sammeln Schüler und Lehrer gerade Erfahrungen mit dem digitalen Lernen – auch wenn es häufig frustrierende sind. Die Corona-Krise traf das deutsche Bildungssystem wie ein Hammer. Schüler sowie Studierende als „Digital Natives” kennen und nutzen elektronische Geräte zu Hause oft seit ihrer Kindheit - und so wird es auch die kommende Generation tun. Dagegen wurden die Bildungseinrichtungen auf eine harte Probe gestellt, es zeigten sich erhebliche Lücken und Schwächen. Aus einer Studie der Universität Göttingen etwa geht hervor, dass jede zweite Schule kein Wlan für Schüler anbietet.

Zukunftsforscher Horst Opaschowski glaubt im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur indes an einen Digitalisierungsschub durch die Pandemie. „Digital wird völlig normal”, lautet seine Prognose. Hybride Lernformen zwischen Online und Präsenz hätten eine große Zukunft vor sich.

Arbeit

Und ähnlich könnte es auch in der Arbeitswelt aussehen. Die Pandemie könnte ein Blick in die Zukunft sein. Wie sieht der zukünftige Job-Alltag der 2022 geborenen Kinder aus? Klassische 9-to-5-Präsenzkulturen wird es dann nicht mehr geben, vermutet Zukunftsforscher Horst Opaschowski. Privat- und Berufsleben näherten sich weiter an und wüchsen zusammen. Das mache eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie realistischer.

Vollbeschäftigung, auch daran glaubt in einem Jahrzehnt keiner mehr. Kaum eines unserer Kinder wird lebenslang für das selbe Unternehmen arbeiten, Jobwechsel werden häufiger. Und noch eines wird sich verändern: Dass sich auch Väter eine Auszeit für ihre Kinder nehmen wird zur Selbstverständlichkeit. Bereits 2030 ist die Arbeitswelt weiblich, prophezeit Professor Opaschowski in der Zeitschrift „Eltern”. 52 Prozent aller Berufstätigen sind dann Frauen.

Ein Unternehmen ohne Büro – das könnte in Zukunft zum Standard werden.
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Ein Unternehmen ohne Büro – das könnte in Zukunft zum Standard werden.

Und während wir uns bei der Jobsuche noch gegen zahlreiche Bewerber durchsetzen müssen, sind für unsere Kinder vielleicht schon die Maschinen die große Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Wozu braucht es eine Kolonne an Handwerkern, wenn das Haus künftig aus dem 3D-Drucker kommt? „Bis zum Jahr 2030 werden möglicherweise viele Jobs verschwinden, dafür aber andere neu entstehen – vor allem in den von Technologie und Naturwissenschaften getriebenen Branchen”, mutmaßt das Zukunftsinstitut.

Kriege

Technischer Fortschritt ist aber auch ein wichtiger Treiber für zukünftige Kriege. Auch in Europa? Vor 70 Jahren endete hier der Zweite Weltkrieg. Die heutige Generation kennt keine kriegerischen Auseinandersetzungen auf deutschem Boden mehr.

Wenn man allerdings der Prophezeiung der Star-Trek-Macher Glauben schenkt, dann werden unsere Kinder mitten im Dritten Weltkrieg groß. Im Trekkie-Universum findet dieser von 2026 bis 2053 zwischen einigen der ehemaligen Westmächte und zahlreichen anderen Staatenbündnissen statt. Über 600 Millionen Menschen verlieren in diesem nuklearen Konflikt ihr Leben, sehr viel mehr werden radioaktiv verseucht, die meisten Staaten und Städte werden vernichtet und für Jahrzehnte große Teile der Erde von einem nuklearen Winter heimgesucht.

In der Erzählung von Spock, Kirk und Co. bricht breites in vier Jahren, nämlich 2026, der Dritte Weltkrieg aus.
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In der Erzählung von Spock, Kirk und Co. bricht breites in vier Jahren, nämlich 2026, der Dritte Weltkrieg aus.

Realistisch klingt das natürlich nicht. Dennoch: In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov für den Europäischen Rat hielten nicht einmal die Hälfe der 60.000 befragten Europäer einen Krieg zwischen EU-Ländern in den kommenden zehn Jahren für ausgeschlossen.

Falls sich ein Kind von heute dazu entscheidet, im Militär zu dienen, so könnte es in seinem 28. Lebensjahr vielleicht Teil der neuen EU-Streitkräfte sein. Generalmajor Johann Frank vom Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement gibt sich im Podcast „Edition Zukunft” zuversichtlich gegenüber eines solchen Projektes: „In einer Perspektive bis 2050 bin ich aber lieber ein Optimist und glaube, dass wir bis dahin einen großen Schritt Richtung EU-Armee gemacht haben werden.”

Unbemannte, selbstlernende Kampfmaschinen könnten künftig kriegsentscheidend sein.
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Unbemannte, selbstlernende Kampfmaschinen könnten künftig kriegsentscheidend sein.

Dass dann aber noch Soldaten aus Fleisch und Blut an den Fronten kämpfen, ist unwahrscheinlich. Unbemannte, selbstlernende Kampfmaschinen sollen künftig über den Ausgang einer Schlacht entscheiden. Das globale Wettrüsten um die kriegstauglichste Künstliche Intelligenz hat längst begonnen.

Gesundheit und Ernährung

Das aber nicht nur Kriege die Welt in einen jahrelangen Ausnahmezustand versetzen können, erleben wir gerade hautnah. Und die 2022er Kinder könnten in ihrem Leben noch weitere solcher Pandemien miterleben. Eine Studie der Universität Padua zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Pandemie mit ähnlich verheerenden Auswirkungen jährlich bei aktuell etwa zwei Prozent liegt.

Doch die schlechte Nachricht: Die Forscher gehen davon aus, dass sich diese Wahrscheinlichkeit in den kommenden Jahrzehnten verdreifachen könnte. Das Team um den Umweltingenieur Marco Marani vermutet, dass es bereits innerhalb der nächsten 59 Jahre wieder zu einer weltweiten Pandemie kommen könnte. Einerseits wird das Risiko für Virusausbrüche durch den internationalen, oft illegalen Handel mit exotischen Wildtieren erhöht. Andererseits kann auch die klassische Viehzucht zu Krankheitsausbrüchen führen, wenn Massentierhaltung und Hygienemängel im Stall die Entstehung von Krankheiten begünstigen.

Massentierhaltung könnte künftige Pandemien begünstigen.
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Massentierhaltung könnte künftige Pandemien begünstigen.

Doch abseits davon steigt die Lebenserwartung von Menschen in unseren Breiten. Ein Baby, das heute in Deutschland auf die Welt kommt, wird voraussichtlich sogar noch die ersten Jahrzehnte des 22. Jahrhunderts miterleben. Ein neugeborenes Mädchen hatte 2020 eine Lebenserwartung von 83,4 Jahren - Tendenz steigend. Bei Jungen liegt sie bei 78,6.

Und was landet bei der Generation unserer Kinder auf dem Teller? Bis 2050 dürfte sich der weltweite Fleischkonsum laut Schätzungen um 76 Prozent erhöhen. dafür erwarten die Vereinten Nationen 2050 allerdings auch etwa 9,7 Milliarden Menschen auf dem Globus. Für das Jahr 2100 werden 10,9 Milliarden Menschen prognostiziert - heute sind es gut 7,92 Milliarden.

Dass die Fleischproduktion allerdings nicht gut fürs Klima ist, ist bekannt. Methan von Kühen ist als Treibhausgas 25-mal wirksamer als CO2. Unsere Nachfolgegenerationen brauchen also Alternativen - Ersatzprodukte stehen bei unseren Kindern viel häufiger auf dem Speiseplan. Und auch der Insektenburgen könnte mal auf dem Tisch landen. Die Krabbeltiere verursachen geringere Treibhausgasemissionen und brauchen deutlich weniger Land und Wasser, als für die Viehzucht erforderlich sind.

Burger aus Insekten.
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Burger aus Insekten.

Verkehr

Wer in diesem Jahr das Licht der Welt erblickt, macht seinen Führerschein wahrscheinlich schon 2038. Alleine hinters Steuer geht es allerdings erst im Jahr 2040. Den die Ampel-Koalition will begleitetes Fahren bereits ab 16 statt wie bisher mit 17 Jahren ermöglichen. Doch das Autofahren wird dann wahrscheinlich ein anderes sein.

Denn der Jahrgang 2022 wird aller Voraussicht nach im Zeitalter der Elektromobilität auswachsen. Wenn das heutige Baby acht Jahre alt ist, werden bereits 15 Millionen E-Autos auf Deutschlands Straßen fahren - so zumindest lautet das Ziel der Bundesregierung.

Doch einfach nur mehr E-Autos, das wird nicht reichen, um mehr Klimaschutz zu gewährleisten. Im Verkehr will die Politik an mehreren Stellschrauben drehen. Die EU plant etwa den Einsatz von Hochgeschwindigkeitszügen bis 2030 zu verdoppeln. Bei planbaren kollektiven Reisen unter 500 Kilometer soll kein CO2 mehr frei werden. Der Frachtverkehr auf der Schiene soll um 50 Prozent wachsen, der Transport auf Binnenschiffen und kurzen Verbindungen übers Meer um 25 Prozent.

Sieht so die Zukunft des Fliegens aus? Airbus hat bereits 2020 Pläne für das weltweit erste emissionsfreie Passagierflugzeug vorgestellt.
Airbus

Sieht so die Zukunft des Fliegens aus? Airbus hat bereits 2020 Pläne für das weltweit erste emissionsfreie Passagierflugzeug vorgestellt.

Bis 2035 sollen dann große emissionsfreie Flugzeuge marktreif sein. Bis 2050 sollen fast alle Autos, Vans, Busse und neue Lastwagen emmissionsfrei fahren. Dann soll ein voll funktionstüchtiges transeuropäisches Transport-Netzwerk mit unterschiedlichen, umweltfreundlichen, digitalisierten, sicheren Verkehrsmitteln existieren. Die Zahl der Verkehrstoten soll auf nahe Null sinken, so die Vision von Frans Timmermans, seines Zeichens EU-Kommissionsvize und Kommissar für Klimaschutz.

Auf ins Weltall

Aber macht es überhaupt noch Sinn, sich zu überlegen, wie unsere Kinder hier auf der Erde irgendwann einmal leben? Vielleicht gehören sie bereits zur ersten Generation, die das Weltall für sich entdeckt und den Mars besiedelt. Denn die Raumfahrt boomt 2022 wie lange nicht mehr. Gleich mehrere neue Raumstationen sind in Planung und auch der Ansturm auf Mond und Mars hält an. Die Liste weltweit geplanter Missionen ist lang - und die Zahl mitmischender Länder und kommerzieller Anbieter wächst immer weiter.

Aber vor allem eine Nation macht ernst: Die Vereinigten Arabischen Emirate, eines der reichsten Länder der Welt, treiben ihr Raumfahrtprogramm ehrgeizig voran. Im Februar 2021 hatte eine emiratische Raumsonde den Mars erreicht - den das Land in weniger als 100 Jahren besiedeln will.

Prototypen der „Starship”-Rakete mit der Elon Musk Menschen zum Mond und zum Mars bringen will.
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Prototypen der „Starship”-Rakete mit der Elon Musk Menschen zum Mond und zum Mars bringen will.

Und auch Elon Musk träumt davon, Menschen auf den Mars zu bringen. Nach den Plänen des SpaceX-Gründers soll die Rakete „Starship” eines Tages Fracht und Menschen zum Mond und zum Mars befördern. Doch Experten sehen die Visionen von Musk eher als Utopien an. Auf der Mars-Oberfläche zu arbeiten sei sehr gefährlich, weil die radioaktive Strahlung extrem hoch ist. Auch die extremen Temperaturschwankungen von bis zu 100 Grad Celsius und mehr machen Mars-Spaziergänge zu einem gefährlichen Unterfangen. Der Weg bis zur Besiedlung anderer Planeten scheint also noch ein langer zu sein. Und unsere Kinder bleiben damit wohl doch erst einmal auf der Erde.

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