Umstrittener Nussmix : Edeka verkauft jetzt „Student*innenfutter“ – und löst Gender-Debatte aus

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Eine Edeka-Filiale zeigt auf Social Media ein neues Produkt namens 'Student*innenfutter' und löst damit eine Gendersternchen-Debatte aus.
Eine Edeka-Filiale zeigt auf Social Media ein neues Produkt namens "Student*innenfutter" und löst damit eine Gendersternchen-Debatte aus.

Ein Edeka-Markt in Bayern hat mit einem neuen Produkt, dem "Student*innenfutter", eine Gender-Debatte ausgelöst.

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14. Juli 2021, 10:00 Uhr

Friedberg | In diesem Artikel erfährst Du:

  • Wie eine Nussmischung eine Gender-Debatte entfacht hat.
  • Wie sich das Netz zu dem Produkt äußert.
  • Was der Filialleiter des Supermarkts dazu sagt.

Dieser Nussmix aus einem Edeka-Markt im bayerischen Friedberg hat gerade bei Social Media eine Gender-Debatte ausgelöst. Grund dafür ist wohl der Name des Snacks im Glas: "Student*innenfutter" – inklusive Gendersternchen. Michael Wollny, der die Edeka-Filiale in Bayern führt, postete auf Twitter aber ein Foto der Nussmischung im Glas mit der Frage: "Welche Gefühle genau verletzt #Gendern eigentlich?" Der Beitrag hat mittlerweile über 5000 Likes, wurde vielfach kommentiert und geteilt.

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So reagiert das Netz auf die Nussmischung

"Aus unternehmerischer Sicht schön dumm, sein Produkt so zu benennen. Mittlerweile sollte ja jeder wissen, dass die große Mehrheit der Deutschen das Gendern ablehnt und das Produkt daher aus dieser großen Gruppe niemand kaufen wird", heißt es bei Facebook.

Mehr #neo gibt's hier:

"Ich persönlich finde es nur albern", schreibt ein User bei Twitter; "Endlich dürfen das die 'Mädels' auch essen", sagt ein anderer. Aber das Produkt des Unternehmens "Fairfood Freiburg" findet auch zahlreiche Fans. Einige schreiben auch, das einzige was sie am Student*innenfutter stören würde, seien die Rosinen.

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Das Thema Gendern führt immer wieder zu hitzigen Diskussionen – besonders im Netz. Die Befürworter des Genderns argumentieren damit, dass durch die Sprache alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen werden. Auf der anderen Seite finden sich häufig Argumente, die auf die Störung des Sprachflusses und die Regeln der deutschen Rechtschreibung verweisen.

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL legt ein Großteil der Deutschen keinen Wert auf das Gendern. 82 Prozent der knapp 2.000 Befragten gaben an, das Thema für "weniger wichtig" (28 Prozent) oder "gar nicht wichtig" (54 Prozent) zu halten. Lediglich 18 Prozent bewerteten genderneutrale Sprache als "wichtig" oder sogar "sehr wichtig".

Bei den 18- bis 29-Jährigen sehen die Zahlen etwas anders aus: 39 Prozent der Befragten aus dieser Altersgruppe sagten, dass ihnen das Gendern "wichtig" oder "sehr wichtig" sei.

Das sagt der Filialleiter

"Wir wollten vor allem herausfinden, ob Reaktionen kommen und wenn ja, welche. Es war also eher unsere Neugier", sagt Fillialleiter Michael Wollny gegenüber dem "Jetzt"-Magazin über das Teilen des Beitrags. In die Diskussion, die sich unter dem Posting entwickelt hat, griffen er und seine Mitarbeiter nur moderierend ein. Wollny selbst hätte den Produktnamen im Übrigen auch anders gewählt: "Ich persönlich finde Studierendenfutter schöner, weil es mir leichter über die Lippen kommt, sagte er im interview mit dem Magazin.

Dieser Text gehört zu unserem neuen Ressort #neo, das sich speziell an junge Leserinnen und Leser richtet. Mehr Infos und alle Texte findest Du hier.

"Pink Washing"

Begriffserklärung

Pinkwashing bezeichnet die Praxis von Firmen, eine Identifizierung mit Homo-, Bi- und Transsexuellen vorzugeben, um bestimmte Produkte, Personen, Länder oder Organisationen zu bewerben und dadurch modern, fortschrittlich und tolerant zu wirken.

Im Laden selbst habe es noch keine persönlichen Reaktionen auf das Produkt gegeben. Auf den Vorwurf des "Pink Washings" sagte er: "Diese Nüsse sind aber in Bio-Qualität, sie sind fair gehandelt und in einem Pfandglas abgefüllt. Wichtig ist eben, was drinnen ist, nicht, was darauf abgedruckt ist."

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