Suche nach Lost Places : Google Maps Karte zeigt verlassene Gebäude in ganz Deutschland

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Früher eine prunkvolle Villa, ist diese Ruine im Taunus heute ein begehrter Lost Place.
Früher eine prunkvolle Villa, ist diese Ruine im Taunus heute ein begehrter Lost Place.

Eigentlich sind Lost Places nur schwer zu finden - und genau das macht ihren Reiz aus. Doch eine Google Maps Karte lüftet nun unzählige dieser Geheimnisse.

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18. Juli 2021, 10:40 Uhr

Hamburg | In diesem Artikel erfährst Du:

  • Was man unter Lost Places versteht.
  • Ob es auch in Deiner Nähe welche gibt.
  • Warum der Besuch sehr gefährlich ist.

Schaurig-schön sehen die Fotos aus dem ehemaligen Hotel aus. Der Putz bröckelt von den Wänden, die Staubschicht türmt sich zentimeterhoch. Einsam und wie aus der Zeit gefallen wirken die Zimmer, in denen doch einmal so viel Leben war. Das ehemalige Grandhotel Waldlust in Baden-Württemberg steht seit vielen Jahren leer und ist ein klassischer Lost Place.

Lost Places haben oft einen morbiden Charme.
dpa/Uli Deck
Lost Places haben oft einen morbiden Charme.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden Reiseverbot machen sich immer mehr Menschen auf die Suche nach solch verlassenen Orten. Das können halbverfallene Häuser, leerstehende Fabriken oder vergessene Bauten sein, die oft nur schwer zu entdecken sind. Einmal gefunden, gilt es möglichst einmalige Bilder zu machen, die häufig auf den sozialen Netzwerken veröffentlicht werden.

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Karte voller Lost Places veröffentlicht

"Urbexer", wie sich die Suchenden nennen, gibt es auf der ganzen Welt, viele sind über Gruppen im Netz verbunden. Eine dieser Gruppen hat nun eine Google Maps Karte veröffentlicht, auf der die Standorte unzähliger Lost Places eingezeichnet sind. Ein Novum, schließlich sind die Koordinaten häufig ein gut gehütetes Geheimnis.

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"UrbexElite" heißt die geschlossene Facebookgruppe hinter der Karte. Neben den Standorten findet sich auf dieser auch eine Legende, die beschreibt, um was für eine Art von Gebäude es sich handelt. Außerdem sind Links hinterlegt, die jedoch zu der Gruppe führen und nur für aktive Mitglieder zur Verfügung stehen.

Bitte nicht betreten!

Eine alte Massageliege im ehemaligen Hotel erinnert an das Set eines Horrorfilms.
dpa/Uli Deck
Eine alte Massageliege im ehemaligen Hotel erinnert an das Set eines Horrorfilms.

Dass die Standorte veröffentlicht werden, widerspricht eigentlich den Grundsätzen der Szene und wird dort sehr kritisch diskutiert. Schließlich wollen "Urbexer" Entdecker spielen, ein Geheimnis lüften, was durch die Karte entfällt. Viele bezeichnen auch die Stille an den Orten als reizvoll. Und vielleicht auch den Kitzel des Verbotenen. Denn sie sind oft an der Grenze der Legalität unterwegs. Viele Grundstücke sind in Privatbesitz, das Betreten ist verboten und kann juristisch verfolgt werden. Außerdem ist der Besuch der Lost Places häufig mit klettern und großer Verletzungsgefahr verbunden, es droht oft sogar Lebensgefahr. Deswegen raten nicht nur die Betreiber der Facebookgruppe eindringlich davon ab, die Orte zu besuchen.

Dieser Text gehört zu unserem neuen Ressort #neo, das sich speziell an junge Leserinnen und Leser richtet. Mehr Infos und alle Texte findest Du hier.

Nach dem tragischen Tod einer 22-Jährigen in Bochum im vergangenen Sommer warnte die dortige Feuerwehr explizit vor Lost Places: Nicht nur die maroden Industrieanlagen seien gefährlich, sondern auch Atemgifte, die auf den ersten Blick nicht sichtbar seien.

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